Chelsea Light Moving – Chelsea Light Moving

Ohne Lee Ranaldo oder Jim O’Rourke oder Kim Gordon klingt der Rockversuch des Thurston Moore wie ein Ausbruch aus der Zeit der Tantiemen. Natürlich verzerrt sich die Gitarre gerne. Natürlich werden Riffs ins Meer geworfen, die so nicht immer auf dem Papier standen. Natürlich klingt der Sänger Thurston Moore immer noch wie die Kinderwurst auf dem Brot eines J Mascis.
Doch Moore emanzipiert sich. Er lässt sich Zeit und paart reißerische Wände mit Ausflugszielen der angezickten Sorte. Tempowechsel sind eng mit dem Effektpedal verbunden. Metal darf hier anklingen, dichte Überwürfe sollen genauso Platz finden wie ein Germs-Cover oder eine Noise-Anwandlung, die sich aus dem Nichts definiert.

©Aleksandar Maćašev
©Aleksandar Maćašev

Moore strampelt sich frei. Er fordert sich seinen Freiraum ein, den er sich Jahrzehnte lang selbst nicht gab. So ist Chelsea Light Moving ein Kraftakt, der viele Schwächen aufweist und doch in seiner Machart mutig ist. Moore mimt den coolen Fünfzigjährigen. Immer wieder versucht er mit seiner Stmme coolen Humor zu paraphrasieren. Seine Band versucht den Proberaum auf Band zu bannen. So entsteht ein kurzweiliger Trip in Thurstons Lieblingsmusik, die mehr nach den Melvins klingt als die heute noch selbst. Wenn Ruhe einkehrt, spürt man den Drang und die Lust Moores zu Improvisationen und den Hang auf der Bühne des Rock’N’Roll, und bei der dazugehörigen Spielart des Punk, nicht der Einfältigste zu sein. Manches ist zu lang geraten, nicht jeder Daddel-Part ist zu Ende gedacht. Spaß macht dieser Ritt trotzdem.
“Don’t shoot, we are your children!”

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