Autre Ne Veut – Anxiety

Arthur Ashin spinnt seine Vision von R&B weiter. Er begrüßt uns zunächst im Schlafzimmer. Der Glöckchen-Vorhang verheißt uns Love auf allen Ebenen. Dann geht es aber flux durch die kalte Küche.
Arthur Ashin ist bereit, den Prince zu machen. Er ist bereit, seine Version des D’Angelo aus der Bettenburg zu hieven. Skurrile Sounds treffen auf romantische, fast weinerliche Strophen. Beats scheppern am Rande der 80er-Nacht. Manch Störgeräusch wird aufgefahren, denn die Synthies machen mächtig Alarm. Ist diese Gitarre noch Soul?

Autre Ne Veut

Auch die Beat-Untermalung hat es in sich. Nicht alles ist auf Schönheit geputzt, sondern manches zeigt auch kurz die Fratze der Romantik. Rhythmen kleben wie Magnete an den Gesangskurven. Das Falsett trifft auf große, stehende Bassdrums und Gitarren. Chöre sitzen auf der Bettkante und rutschen auf den Vorteppich hinab. Arthur Ashin bleibt ein interessanter Soul-Brother, der mit Humor arbeitet, der mutig das Genre auseinander nimmt. Emotionale Wurzeln werden in seinem Synthie-Szenario auf die Goldwaage gelegt. Wie bei einer Karaoke-Show haut Arthur Ashin zwischen die Lieder. Ein Feuerwerk im Schlafzimmer, das mehr ist, als ein unnötiges Gitarren-Solo. Spannend. Der Kitsch ist so mit Verve und Indie bekleckert, dass man Stunden bräuchte, um das alles wieder sauber zu machen. Eine Farce, die James Blake wohl nicht unruhig werden lässt.

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