Wayne Shorter Quartet – Without A Net

Wayne Shorter stellt noch einmal alles auf Anfang. Seit 13 Jahren musiziert er nun schon mit seinen drei Mitstreitern Danilo Pérez, John Patitucci und Brian Blade als Quartett. Ohne Netz und doppleten Boden geht es nach wie vor auf die Bühnen. So bieten sich natürlich Live-Aufnahmen an. Nun auch endlich für das berühmte Blue Note-Label.
Shorter und seine Mannen haben sich im Laufe der Zeit telepathische Fähigkeiten zugelegt. Ihr freies Zusammenspiel besteht aus Warten, Umspielen und Loslassen. Ein Gefühl transportiert sie auseinander und fügt sie nach geraumer Zeit wieder zusammen. Sie setzen sich, da sie sie alle Grenzen aufgehoben haben, einfach neue.

Wayne Shorter

Eröffnende Motive verlieren sich im Laufe des Durchgangs, kehren aber nach freien Windungen stets auf die Tabulatur zurück. Musikalität als Bindeglied zwischen Verlust und Kompetenz. Shorter lässt sich und seinen Jungs genügend Raum. Kein Stargehabe. So bekommen die Freiheiten eine musikalische Stärke an die Hand, die sich gerne in Orchestralität entlädt. Die Imani Winds unterstützen das Quartett bei dem Kernstück Pegasus, so dass alles noch organischer wirkt. Nu Jazz interessiert den 79-jährigen nicht. Umspielungen oder dröge Anbiedereien sind Tabu. Vielleicht ist das die maximale Grenze in Shorters Purismus. Wunderbar.

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