A$AP Rocky – LONG.LIVE.A$AP

Rakim Mayers hat noch Ecken und Kanten. Gerne präsentiert er sich breitbeinig mit nem Haufen Street-Credibility auf der Zunge und doch gibt er unterschwellig seinen wahren Kern preis. Er will das echte Leben, doch auf dem Weg dahin gibt es 99 Problems.
Seine “pop-savvy Beats” klingen gar nicht nach einem Millionen Dollar-Deal. Natürlich sind sie weise gewählt. Aber sie halten auch einem Ghettoblaster stand. Vieles rauscht aus der Garage. Die Backings lassen ASAP Rocky genügend Platz. Wenn fast alles gesagt ist, kehrt entweder smoothe Ruhe ein oder es gibt die typischen weiblichen Gäste, die wie Santigold einen Hauch von Jay-Z-Pop verstreuen. Mit seinen 24 Jahren ist ASAP Rocky schon sehr weit. Er nutzt “Boom Bap Beats”, nahe dran auch am Dubstep der Stunde oder gar spacige Reggae-Gerüste. Es groovt wie Hölle, was aber mehr an den Rhymes liegt. Nasse Snares oder Claps bringen eine toughe Produktion wieder runter auf die Straße. Computer-Krach lebt an seiner Seite genauso wie tumbe Toms. Käsige Plastik-Streicher machen den Candy-Laden. Bitch, ich liebe dich.

A$AP Rocky - Long.Live.A$AP

Manchmal kommt es auch zum uncoolen Schwanzvergleich, doch ASAP Rocky hält sich mit allzugroßer Schnauze zurück. Obwohl er schon der Größte ist. Er hat die Taschen voll. Er hat die Bräute an der mit Goldringen besetzten Hand. Und trotzdem steht er insgeheim mehr auf den Flow, auf ein Gleiten. Seine Worte hauen nicht drauf, sondern legen eher Schmelz auf die Twinkles.
Seine Raptechnik ist einfach phänomenal. Egal ob Doppelreim oder False Way. Das wird 2013 schwer zu toppen sein. ASAP Rocky besitzt eine innere Uhr, die seine Endungen in die richtigen Timings schickt. Wow.
Fucking Problems gibt es auch, doch die Texte bleiben dann manchmal in den Songs stecken. Etwas zu viele Hülsen. Kendrick Lamar hatte es 2012 vorgemacht. Eine Geschichte kann funktionieren. ASAP Rocky hat da mehr so was wie “I can’t forget Escada and that Balenciaga.” im Kopf. Den Macho kann er natürlich nicht ablegen. “I love bad bitches, that’s my fucking Problem.” Da hilft sogar Storyteller Lamar aus. Das Major-Debüt ist dreckig und sauber zugleich. Eine amtliche Hip Hop-Scheibe, die 2013 wohl Maßstäbe setzen wird.
Rollin’ in my Benzo
Hoes on the curb a couple of friends.
Rollin down my window
Yo whats the word, fuck it get in
Ride round wit’ these bimbos
She give head to my kin folk.


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