Kendrick Lamar – Good Kid, M.A.A.D. City

Ist es die Stimmlage, die Kendrick Lamar so außergewöhnlich macht? Oder ist es gar die Story des Lebens, die wie ein roter Faden durch die von 13 verschiedenen Produzenten betreuten Tracks flowt?
Bindungsglieder sind Mailboxnachrichten und Skits. Lamar bietet Einsichten in sein Leben in Los Angeles, das sich mit Cruisen, Ganggeschichten, Drogenkonsum oder Dates auch nicht von anderen HipHoppern unterscheidet. Aber Lamar findet einen unaufgeregten Zugang. Musik ist der Rettungsanker, vielleicht auch die Familie, die K.Dot immer unterstützte. So ist Good Kid, M.A.A.D. City ein sozialpädagogisches Großstadt-Album, dass Wahrheiten formuliert, den Glauben nicht verliert und mit viel Esprit und Talent Westcoast-Attitüden mit Tiefe füllt.
Lamar schafft es, sein Bemühen federleicht in Rhymes zu packen. Eine Millionen Gäste tauchen auf. Kurze Einsätze, Features, die man auch als solche bezeichnen kann, machen das Album fett. Jeder Auftritt hat seinen Vorhang.

Kendrick Lamar

Hymnen werden eingerissen, die Offenlegung eines Alkoholproblems in 12 Minuten lässt die Bouncer erstarren. Vielleicht sind die Skizzen sogar noch geiler als die langen Geschichten. Kendrick veranstaltet keine Party, obwohl uns Swimmingpool da hinlotsen will. Lamar bleibt nachdenklich und unfassbar amtlich. Alles wird zu einer Großtat, der man gar nicht entkommen will. Good Kid, M.A.A.D. City ist das HipHop-Album des Jahres 2012. Laid Back. But what love got to do with it when you don’t love yourself? Weisheiten für ein Gespräch an der brennenden Mülltonne. Man kann die Küste nicht mehr sehen. Wenn das Mainstream ist, dann ist das mehr als okay.

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