Janka Nabay & the Bubu Gang – En Yay Sah

Auf meiner Suche nach etwas aktueller Worldmusic bin ich gestern auf Janka Nabay & the Bubu Gang‬ gestoßen. Nabay stammt aus Sierra Leone. Auch dort hat er sich schon der Tradition angenommen, Bubu-Musik zu produzieren. Nach seiner Flucht in die USA hat er neue Möglichkeiten, seine Volksmusik mit aktueller Prägung umzusetzen. Zuerst alleine, jetzt mit tatkräftiger Unterstützung. Elektronische Instrumente werden stilsicher hinzugefügt. Seine Begleitmusiker sind gestandene Indie-Größen aus Brooklyn, New York. Die Bambusflöten weichen gerippten, psychedelischen Gitarren, schnellen Bassdrums, funky Bässen und elektronischen Afro-Beat-Attrappen. Ein Synthie macht den Manzarek.

Über all diesen Gewürzteppichen hypnotisiert Janka seine Texte. Manchmal klingt das so, als wäre er gar nicht mehr im Song. Fast so als würde er die Lust verlieren, doch seine Band spielt im Taumel mit geschlossenen Augen weiter. So findet auch Janka wieder zurück. Elektronische Drums grooven sich wild in die Weltmusik eines Jahres, welches sich nicht groß um Völkerverbindung kümmerte. In den letzten Jahren waren es immer Produktionen des Sublime Frequencies Labels aus Seattle. Dieses Jahr ist es stiller geworden. Nun tritt David Byrne in die Nische und verschafft Janka einen Plattenvertrag über drei Alben.
Kein Schnickschnack zu viel. Das Album klingt so, als wäre es von einem Laster gefallen. Straßenmusik, die sich in den Club schmuggelt. Mit Low-Fi-Romantik hat das nichts zu tun, obwohl die Sounds natürlich nicht taufrisch klingen. Tolle Backingvocals runden diesen Mix nuanciert ab. Indie-Bubu für die exotischen Stunden eines Nerd-Gesprächs über die Zukunft von Musik. Wir kennen noch so wenig. Wie für die Jahrescharts gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.