James Ferraro – Sushi

James Ferraro liebt es, mit kuriosen Samples und Loops zu arbeiten. Da darf ein gestöhnter Stimmfetzen herhalten, da gibt es den Michael Schanze-Plop, Synthie-Yeahs oder einen Snarewirbel. Alles scheint von der Straße zu kommen. Für die Zukunft geschnitzt.
Manchmal vergleicht man sogar einen verfremdeten Sound mit Klängen aus der Erinnerung. Ist das ein Hund? So ähnlich klang doch mal ein Sound auf einer frühen Workshop-Platte. Sushi hat soulige Momente. Sogar Hip Hop weht herüber. Doch James Ferraro schafft es diesen tiny Wahnsinn mit so viel Retro-Sweetness zu überschütten, dass einem das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht entfleucht. So klingt die Zukunft? Dann kennen wir sie schon.
Mit der Akribie eines Curd Duca verwebt Ferraro seine Spleens mit der Neuerfindung der Sample-Avantgarde. Ferraro wirft seinen Kinderzimmer-Soul in die Kälte einer 80er-Fabrikhalle. Der Trommelkurs einen Stockwerk tiefer hat die Versuchsanordnung Weirdness auf der Flipchart stehen. Sushi ist roh, gestückelt und leicht verdorben. Gutes Ding.

Sushi erscheint am 10.12.2012 auf Hippos In Tanks

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