Martha Wainwright – Come Home To Mama

Da gibt es die intimen Momente, die sehr weich daherkommen. Martha setzt gekonnt ihre Stimme ein, dann gibt es das ganz große Gefühl und eine Coverversion des letzten Songs ihrer verstorbenen Mutter Kate McGarrigle. Die Wainwrights sind umtriebig. Alle. Martha hat nun schon drei Alben herausgebracht.
Der erste Song täuscht ein Album vor, das dann doch andere Richtungen einschlägt. Hier huscht eine Kate Bush durch plattgetretende Soundlandschaften. Erst die George Harrison-Fingerübung Can You Believe Me zeigt Marthas Talent, so vielleicht auch ihre Berufung. Sie kann sich in einen Song legen. Proserpina ist dann das Highlight. Die Coverversion zeigt Martha ganz bei sich. Nichts bläst sie auf. Sie verwischt Traditionen. Eine Meisterleistung.
Ihre Stimme ist sehr präsent. Manches übertreibt sie. Sie schmückt zu sehr aus, so dass es etwas aufgesetzt wirkt und nicht die versprochene Intimität eintritt. Ein femininer Sound wurde angestrebt. Was soll das sein? Wenn das Album Fahrt aufnimmt, muss sich Martha immer neu positionieren. Sie ist am stärksten, wenn sie den Song im Rücken hat, wenn das Midtempo sie nicht hetzt. Die etwas theatralische Anmutung verzeiht man ihr bei Textzeilen wie I really like the make-up sex, it’s the only kind I ever get. Die an ABBA erinnernden Electro-Pop-Ausflüge sind nicht immer passend. Sie nehmen das Album auseinander. Sie teilen es in verschiedene Bereiche. Da haben es die Songs schwer, Anklang zu finden. Some People tröpfelt. Hier wurde etwas probiert. Ein Album sollte aber nicht immer ein Spielplatz sein. All Your Clothes und Everything Wrong setzen einen schönen Schlusspunkt.

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