Flying Lotus – Until the Quiet Comes

Perlenvorhänge werden zur Seite geschoben. HipHop darf sich ausbreiten, aber nur die Faszination für dieses Genre, nicht die Reinkarnation dessen. Kleine Gedanken kreisen um Stimmen. Nicki Randa schwimmt vorbei, Erykah Badu stemmt sich ebenfalls gegen die verfranzten, aber dicken Bassdrums.
Immer wird der Percussionbaum gestutzt. Wie in einem Labyrinth verschwimmen Ausgang und Eingang. Was war Ausgangssituation und was hat Flying Lotus daraus gemacht? Auch Laura Darlington biegt sich in der Phase des Einschlafens oder Aufwachens. Wie ein Schmetterling in Todesangst flirren Module umher. Ist da hinten die Tür mit den Jazz-Akkorden? Der Bass hat schon mal ein Näschen genommen. Coltrane wird genannt. Alice und John. Okay.
Eine Melodie ist nur ein zerbrochener Krug, der nun den Wein tröpfchenweise verliert. Flying Lotus fängt diese Tröpfchen auf und verfremdet sie mit seiner Idee von Tanzmusik. Er benutzt Schemata des HipHop’, des Jazz’ und der elektronischen Umsetzung der Genres, die aber nicht die Textwucht oder das ausgestellte Solo brauchen. Ein Miteinander, ein Verknüpfen bringt da viel mehr Dynamik. Die Bassdrum zieht sich wie ein roter Faden durch die Winkel. Es wird dunkler, die Nacht bricht ein. Traumsequenzen werden zu Fetzen der Stadtneurosen. Starke Platte, die trotz der futuristischen Anmutung und Kühle, unfassbar warm und Retro ist. Einfach gutes Handwerk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.