Matthew Dear – Beams

Bei Matthew Dear ist es immer noch nicht ganz hell. Her Fantasy hält sich in den frühen Morgenstunden auf. Irgendwo zwischen Heimweg, Bowie und TV On The Radio. Earthforms bewegt sich dann aber schon anders. Obwohl auch hier Dears Stimme immer noch zwischen Roboter und Szene-Hansel changiert. Eine straighte Snare und ein verblüffend deutlicher Bass machen auf Rocksong. Eine Gitarre taucht auf. Sie macht den Endneunziger-Rock perfekt. Wenn es noch Musikvideo-Sender geben würde, um Earthforms prügelten sich die Regisseure.
Das ist alles schick. Hat aber natürlich mit dem Retro-Charme zu kämpfen. Retro heißt hier leider auch Langeweile. Vielleicht liegt es an der Präsenz der Stimme, die bei Her Fantasy noch überraschend war, aber im Laufe des Albums nichts Neues zu bieten hat.

Mich fasziniert der Bass, der solide schwungvolle Figuren hinzaubert. Vielleicht hätte Dear das Singen/Sprechen lassen sollen. Die Backingvocals/Chöre sind viel besser als die Lead. Auch die zickigen, simplen Gitarrenriffs können überzeugen und haben einen prächtigen Klang. Up & Out ist wirklich klug. Doch auch hier hemmt die Stimme das Vergnügen. Vielleicht muss man den Texten folgen. Ahead Of Myself ist vielleicht die schlüssigste Nummer. Mein Anspieltipp.
Matthew präsentiert seine Vision von neuer Rockmusik. Er erinnert phasenweise sogar an Beck. Seine Sprache bedient sich aber beim Mantra-Club mit viel Bier in der Plastiktüte. Future Rock für Langweiler. Stylish und unsensibel. Beams macht auf dicke Hose, aber hatte das Black City nicht auch gemacht?

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