Lionel Loueke – Heritage

Lionel Loueke ist ein Magier. Er vermischt Freie Improvisation mit den Klängen Westafrikas.
Er schafft eine Bandsituation, die von jetzt auf gleich auf der Bühne oder in einem Studio funktionieren kann. Unterstützt wird er von Robert Glasper, der auch für die Produktion verantwortlich ist. Das spitzfindige Pianospiel Glaspers, teilweise sogar zeitgleich mit einem Rhodes verknüpft, untermalt Louekes Gesang, der auf Yoruba vorgetragen wird.

Das mal laute und mal leise Gitarrenspiel schleicht sich in die Gemeinplätze des Funk. Das treibende Schlagzeug setzt wilde Akzente und der tiefbrummende Bass hält die Waagschale mit vier Saiten fest. Vieles scheint sich, unwissentlich dem Groove zu unterwerfen. Anderes bekommt die nötige Substanz der Weltmusik an die Hand, dass man die Improvisation für Call und Response verlässt. Die ruhigen Schwelgereien, die meistens mit Glaspers Virtuosität beginnen, sind traumhaft. Der zickige Funk mit dem Deckmantel der Exotik ist dann manchmal ein wenig Over The Top.
Lasst die Katzen spielen. Das Produktionsmotto geht nicht immer auf, denn nicht jede Katze jault den gleichen Straßenjargon. Nicht alle Wege führen in das Thelonious Monk Institute Of Jazz oder in die Playlists der Jazzmucker-Liga. Heritage klingt nach harter Arbeit. Ich hätte Loueke Weisheiten wie “Leichtigkeit” oder “Abstraktion” ins Öhrchen geflüstert.

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