Gary War – Jared’s Lot

Gary War schießt sich mit Raketen ins Universum der Spleens. Seinen 80er-Teppich hat er sich in den Mund gestopft, die Gitarre in Watte gehüllt, um nicht aus der Atmosphäre zu fallen.
Er variiert verschiedenste Soundmodelle auf seiner Festplatte. So entsteht manch ein Bruch, wie wenn zum Beispiel eine Bridge aus dem Nichts das Vorherige in den Schatten stellt. Klänge schälen sich nebeneinander aus klaustrophobischen Pater Nostern. Fast geht es nur noch um die Quelle und nicht mehr um die Mündung.
Die Frage des Abends lautet: Aber warum singt Gary auch noch? Filter werden aufgezogen, der Phaser reagiert fast allergisch auf die Billobeats. Ein Flanger humpelt sich durch Effekthascherei.
Gary War baut sich eine Spielwiese, ein Labyrinth, in das er unzählige Komponenten wirft, von denen er aber nur zwei oder drei aufhebt, die anderen lässt er verpuffen oder totstrahlen. Sein Sequenzer leuchtet im Dunkeln. Gary War verschluckt sich an dem Teppich, der einfach nicht aus seinem Mund will. Oder liegt es am Helm? Gary War geht den nerdy Weg. Popmusik für den Daddelabend mit den Blade Runner-“Zitatedreschern”. Ein letzter Vocoder-Call, doch Major Tom hat das Building verlassen. 7 von 10 möglichen Sternen.

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