dEUS – Following Sea

dEUS haben es eilig. Nicht wie sonst üblich mit Kreativitätspause, gibt es nun schon ein Jahr nach der letzten Veröffentlichung neues Material. Die Single verspricht wieder eine Reise, die das Album auch unternimmt. Doch wohin schippern die Belgier?
Zuerst gibt es eine dunkle Autofahrt. Die wird uns wohl zum Hafen führen. Tom Barman singt auf französisch wie ein Benjamin Biolay mit den Hosen in den Kniekehlen. Sirens danach schippert auf Poprock-Gewässern. Streicher liegen in Salz. Die Nase wird in den Wind gehalten.

Hidden Sounds fällt dann wieder in den Roadmovie-Modus. Fast schmutzig kommen die Sounds daher. Wieder spricht Barman zu Beginn. Man reitet auf Konzepten, auf Riffs oder Bassläufen. Girls Keep Drinking will in die Rock-Disko. Zerfahrene Gitarren machen Platz für groovy Zickigkeiten. Man sucht den Weg zurück zum Wasser, doch dEUS sind an Land geblieben und foltern sich selbst zügellos in der Nacht.
Refrains sucht man auch vergebens. Alles macht Jam-Sessions Platz. Sogar die Girls haben aufgehört zu trinken. Erst Nothings bringt etwas Trockeneis. Nothings erinnert an alte Worst Case Scenario-Zeiten. Das Schiff legt wieder los. Gitarren perlen, doch auch sie folgen dem Konzept nicht, um nicht zu ausführlich zu werden. Nichts ist konkret. Alles huscht durch die Kombüse. The Soft Fall ist dann nach einigen Songs, der erste richtige. Man verfolgt eine poppige Melodie. Hier klingen sie fast wie hysteriearme Afghan Whigs. Oh, ein Refrain holt die Mädels an Deck. Eins darf man auf keinen Fall sagen. dEUS sind immer noch sehr eigenständig. Aber leider auch nicht mehr richtig gut.

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