Peaking Lights – Lucifer

Den Teufel malen die Peaking Lights nicht an die Wand. Überhaupt, es gibt gar keine Wand. Alles ist nur mit Vorhängen getrennt. So darf die alte Tape-Maschine genauso in einem Zimmer angeworfen werden wie die Seifenblasen-Maschine.
Peaking Lights stehen für angerissene Lieder. Sie stehen fürs Hauchen, Andeuten und große Jam-Sessions. Sie zitieren verflossene Melodien. Da hat ein Gitarrenriff genauso Platz wie Orgelmelodien, die auch nur das wiedergeben, was aus Indra Dunis Mund tröpfelt. Peaking Lights spielen mit Erinnerungen, die nur noch schemenhaft nach Blümchenwiese riechen. Alles liegt sozusagen auf der Straße, man muss es nur aufheben. Wer hat noch mal diesen Kiffer-Witz erzählt?

Psych-Pop, der tief in die 70er taucht, kurz Luft holt, um ein mal laut Bontempi zu sagen. Der Sommer fliegt vorbei, der Strand sieht genauso verwaschen aus wie dein letztes Hemd. Jetzt werden die Vorhänge abgenommen. Alles kommt zum Vorschein. Ach so, die kochen auch nur mit Wasser, doch das Wasser kommt aus verwunschenen Brunnen. Das ist der Trick. Schleifen sind schön.
Peaking Lights sind Valium. Auch sie spielen den Dreampop der Stunde. Mixe ein Tape mit Beach House und Peaking Lights! Alles verschwimmt. Wenn du ganz bekloppt bist, bringst du zwei chinesische Volkslieder und eine Nummer von Harold Faltermeyer unter. Ambient-Quirl für die Sitzblockade vor den Umkleiden im Stadtbad. Stark! “Seit wann hörst du Reggae?”, fragt der Tonmeister. “Das ist Dub!”

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