The Lessappeal – Amusements

Was bleibt übrig, wenn man sich Punk nur noch als olle Fahne um den Körper hüllt? Vielleicht der Geruch, der einem durch die Nase fährt. The Lessappeal aus Hamburg öffnen sich für den Poprock Mando Diaos.
Etwas Soul, ein Hauch Attitüde, wenig Schmutz und Schweiß. Die Gitarren werden ein wenig in den Hintergrund geschoben. Da hätten die fluffigen Riffs mehr Dampf verdient gehabt. Dass dabei trotzdem auch mal ein Hit rausspringen kann, ist dann aber kein Zufall mehr. Aus Rock wird Pop. Die Jungs wissen schon, was sie verzapfen. Sie wussten, was sie weglassen müssen, um den geraden Weg zu gehen. Der führt sie in Amtlich- und Beliebigkeit. Moritz Lautenbach macht den verwegenen Shouter, ohne zu shouten.

Beautiful Mask und War is in the Air sind zwei Indie-Rock-Heuler, die man in den Clubs der Stadt unterbringen könnte. Vielleicht ist ja sogar Radio Hamburg interessiert. Da dürfte man sich dann auch nicht gegen wehren. Insgesamt klingen The Lessappeal wie biedere, handzahme Hives. Wenig erinnert noch an kratzbürstige Songs der Vergangenheit. Ben Schadow hat das ganze etwas zu glatt produziert. Aber die Hamburger wollten das wohl so. Popmusik, die auf Gitarrenarbeit setzt und die Garage für tanzende Mädchen leer räumt. Move on up! Willkommen auf den Festivalbühnen! Leider noch im Hellen.

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