Beach House – Bloom

Beach House transportieren Emotionen in einem Wattebausch.
Ihr neues Album hält große Melodien an der Hand. Auch Teen Dream hatte diese Momente, doch das Duo hat sich noch mehr eingefettet, noch mehr einlullen lassen und so entsteht ein weicher, aber satter Dream Pop, der sich an Mythen abwälzt, aber so seidig fein daherkommt, dass einem jedes Crescendo in der Magengrube hängenbleibt.

Da wird die Indie-Welt mal wieder mit der Zunge schnalzen. Mädchen verlieben sich in den Wohlklang und die Jungs lieben ihre Mädchen dafür, dass sie Wohlklang lieben. Jeder Reverb wird genossen. Butterfahrten kommen ohne Thermodecken aus. Man ist gerne wieder nackt. You can’t keep hanging on / To all that’s dead and gone.
Die Gitarren schimmern selbstverliebt in der Abendsonne. Hübsche Synthiefanfaren streiten sich um den Platz am Kopf der Tafel. Man müsste diesen Rauscheengel wegpusten. Manchmal schläft man fast ein wenig ein und hat diese Ameisen vor den Augen. Beach House ist eine Flimmer-Band. Man kann Beach House nur toll finden. Alles andere wäre Majestätsbeleidigung. Wie ein Meilenstein liegt Bloom bei dir in der Auffahrt. Jeder, der vorbeikommt will ihn wegschieben, doch glitscht immer wieder ab. Brillante Funkeleien halten jeden davon ab, Abstand zu nehmen oder gar zu kritisieren. Beach House bleiben Götter des Schmalzes und sind die amtlichsten Nachfolger der Cocteau Twins.

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