Jack White – Blunderbuss

Jack White feuert aus allen Flinten. Er will den Blues. Er will ihn wirklich.
Die Mittel sind da recht einfach aufgestellt. White nutzt sein Gitarrenspiel, die ihm verbliebenen Riffs und setzt seiner Karriere vielleicht die Krone auf. Der Verzerrer bleibt sein Freund. Wie ein räudiger Hund gibt er der alten Mann/Frau-Geschichte neues Futter. Die ruhigen Passagen, die sogar zeigen, dass White ein ganz guter Sänger ist, sind überlegt gesetzt. White trägt die Traditionen des Storytelling-Blues und die des eigenen Outputs ins 21. Jahrhundert. Er verlässt dabei die Basis zwar nicht, doch sind Neuentdeckungen immer wieder greifbar.

Das Titelstück schwelgt im Geigenhimmel. Es hat den Taktstock in der Hand. So kann es gehen. Immer wenn das Klavier sich an der Gitarre vorbei schmuggelt, leuchtet dieses Album. Die roughen Momente sind natürlich stark übertrieben dargeboten. Da verliert man ein wenig den Überblick. White will halt rocken. White weiß, dass alles schon mal da gewesen ist. Er will vielleicht nur erinnern. Ja, fast mahnen. Mit überkandidelten Soli kriegt er mich nicht. Eher mit seinen groovigen Honky Tonks oder mit den zerzausten Midtempo-Heulern. Runde Sache. Hut ab.

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