Burial – Kindred EP

Burial öffnet den Dubstep-Schrank und steckt alten Rave und Drum & Bass in die Schubladen.
Noch während er die Türen schließt huschen ihm Soulgeisterstimmen ins Gehölz. Sie haben viel Wind, den Club und große Flächen unter ihrem Gewand.
William Emmanuel Bevan haut eine EP raus, die mal wieder Maßstäbe setzt. An den Rändern knistert das alte Funkgerät oder brennen hier Fingernägel ab? Düstere Klangflächen schieben sich an den Beat heran, können diesen aber auch nicht stören. Immer wieder kommt er zurück, egal wie dunkel es draußen geworden ist. Schon der Titeltrack der EP zeigt Bevans Können in Großbuchstaben.
Jungle bietet sich an. Harte, schwere, scheppernde Garagenbeats werden genüsslich geskippt. Am Ende von Kindred erwartet man fast den Regenguss, doch er kommt nicht. Wir tappen weiter im Dunkeln. Wahnsinn! Auch Loner hat diese Gabe, eine Spannung aufzubauen und sie zweckdienlich entladen zu lassen. The Cure schenken Beavan ihren Forest. Da ist irgendetwas da draußen! Aber was? Ich habe Angst!
Kleine Türen werden geöffnet, der Wind zieht im Auge, während ich versuche durch den Schlitz zu luschern. Der Beat kommt und geht. Ein raviger Synthie leuchtet mit Neonsticks einen Weg. Ist das noch Großstadt oder tiefster Wald? Loner löst sich dann fast in Gewitter auf, um dann doch noch mal die Stimme ein angstvertreibendes Hold On skandieren zu lassen.
Ashtray Wasp hält sich konstant auf der Tanzfläche. Eine Autofahrt durch den Club macht dich wieder etwas mutiger. Alright bye! Für immer? Die Zukunftsgarage wird grau gestrichen. Am Ende werden Glockenspiele oder halbvolle Weingläser angeschlagen. Der Spuk ist vorbei. Hammer!

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