Sleigh Bells – Reign Of Terror

Schön, dass es immer noch Bands gibt, die sich gerne selbst feiern und die die ausrastenden Fans von Band kommen lassen. Was ein Intro! Eine Mischung aus Queen und AC/DC beim Soundcheck von Jeff Hanneman.

Alexis Krauss stellt sich und ihren Partner Derek Miler vor. “Push it/ Push it/ Push it/ True shred guitar.” Dann geht es mit Synthie-Brettern und bratzigen Gitarren weiter. Manchmal ist das so dünn und doch brennt der Song und scheint unglaublich laut zu sein. Obwohl man spürt, dass sich die Songs wirklich nur um ein Riff drehen, stapeln die Sleigh Bells aber viele Schichten an Sounds in ihre Lieder. Diese Kick Drum, die immer wieder Alexis auffordert, etwas mit Megaphon zu skandieren, treibt die Platte an. Da wird Le Tigre angeraunzt.
Loop-Gitarren kreisen um ein Cheerleader-Thema ohne Hebefiguren. “Früher war mehr Noise”, werden einige sagen. Das alte Jesus and Mary Chain-Problem. Kommt der Pop geht der Noise. Hier aber wirklich in sehr gut gemachter Masche.
Manchmal geht sogar Alexis in all der Stadion Rock-Atmosphäre fast unter. Crush hat dieses Fliegende Bauten-Gitarren-Solo in der Hinterhand, wie es sonst vielleicht nur ein Jason Forrest einsetzen würde. An manchen Enden wird eine Sirene gestartet, die dann aus den 80ies zu kommen scheint.
Toll wird es immer, wenn Alexis anfängt zu rappen, um im nächsten Moment den Refrain in Dream Pop-Manier zu hauchen. End Of The Line ist so ein Song, der mit einem scheppernden Crash den Beat vorgibt. Krauss holt dann die große Popkeule raus. Toll.
Die Sleigh Bells sind sehr hektisch. Man muss schon selbst drei Espresso drin haben, um jedes Zappeln in vollsten Zügen zu genießen. Immer wieder knallen sie dir ein Beat und röhrende Gitarren, die so klingen als hätten Schülerbands Glockenspiele in den Orange gepflanzt bekommen, die Slayer-Melodien nachäffen, um die Ohren. Man kann sich fast gar nicht wehren. Krauss mimt die süße Göre von nebenan. Die Sleigh Bells sind die Heavy Metal-Version der Cults oder wie TLC mit einem Wasserfall aus Nägeln. Ich bin Fan!