Albert Luxus – Three Is Odd

Wer oder was steckt hinter Albert Luxus? Der Waschzettel verspricht poppige Smiths und eine abgespeckte Duo-Version der Strokes. Waschzettel sind erfunden worden, um Lügen in schwarz weiß zu drucken.
Recht hat der Schrieb ja, wenn er behauptet, obwohl der Name es vielleicht impliziert, dass es sich nicht um einen weiteren Singer Songwriter handelt, der uns sein Herz mit Emohupen ausschüttet. Albert Luxus sind quasi zwei Singer Songwriter, die uns ihr Herz mit Emohupen ausschütten, die aber unkompliziert live und so fast unverfälscht gedrückt werden.
Mit einem amtlichen Direktsound geht es los. Kann man machen. Keine affigen Spielereien folgen und so entwickelt sich das zweite Album der Kölner mit vielen Uhhhs und Ahhhs auf Vorstadt-Niveau. Die Smiths und die Strokes suche ich vergebens. Hätte man vielleicht nicht erwähnen sollen, denn sofort beginnt man mit dem Mäkeln und Analysieren, dass wäre sonst vielleicht nicht passiert, denn Albert Luxus schieben ihren Rock Pop eigentlich ganz sicher ins Trockene. Ihnen fehlt leider aber auch ein veritabler Hit, ein Gesicht, dass einem im Gedächtnis bleibt.
So bleiben am Ende einige schöne Mitsummmomente, die man aber nach zehn Minuten nicht mehr zuordnen kann. Die hätte man bündeln sollen. Der reduzierte und mit der Handbremse durchgeführte Rock kann da am meisten überzeugen, aber wenn die Midtemponummern anfangen sich selbst zu gefallen, wird es schnell arg beliebig und geradezu langweilig. Matthias Sänger macht seinem Nachnamen alle Ehre. Das klingt schon schön, wenn er sich fast gedankenverloren eine Hookline ersingt, die so eigentlich nicht auf dem Papier steht.
Albert Luxus klingen wie eine Band, die jeder in seinem Freundeskreis hat, auf deren Konzerte man geht, weil man dort die anderen Freunde trifft, die man seit der Schule nicht mehr gesehen hat oder schon tausendmal eingeladen worden ist, aber nie Zeit hatte. Während die Mädchen, die aber leider mit der Band schlafen, so also nicht mehr zur Verfügung stehen, vor der Bühne tanzen, steht man an der Theke und baggert die Barfrau an, die immer zwei Stufen unter einem war und jetzt endlich im erlaubten Alter zu sein scheint und betrinkt sich sinnlos, um am Ende den befreundeten Musikern, die manchmal so lustige Spitznamen haben, auf die Schulter zu klopfen und so was zu faseln wie: “Das war euer bester Auftritt!” Oder: “Der Titeltrack klingt ja fast wie die Strokes!”
Albert Luxus tappen in der Freundschaftsfalle. Gut, dass ich nicht aus Köln komme.

3 Gedanken zu „Albert Luxus – Three Is Odd“

  1. Hallo Zloty,
    schön, dass du über unsere Platte schreibst. Das ist sehr nett. Du hast sie dir wahrscheinlich auch angehört.
    Musik ist eine tolle Sache, und macht auch richtig Spaß.
    Wem’s gefällt, gut.
    Wem’s nicht gefällt, auch gut.
    Dir gefällt’s nicht.
    Wir wollten nicht mehr draus machen, als es ist……Dein Text aber schon……..
    Danke für deine Aufmerksamkeit
    Beste Grüße
    Andy

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