Gonjasufi – MU.ZZ.LE

Gonjasufi wird ständig kritisiert. Ich verstehe die Aufregung nicht. Er hat doch nun nach seinem Überraschungscoup 2010 einen würdigen Nachfolger auf der Pfanne.
Ja, es sind kurze Skizzen, die sich da unaufgeregt in Wüstensümpfen und Clubkellern suhlen, aber sie knallen auch wieder unglaublich. Der Yoga-Magier lässt sich nicht greifen. Manchmal schickt er sogar seine Frau aufs Parkett. Egal, ob da eine Tarantino-Westerngitarre kratzt oder eine Schlange die Massive Attack-Maus verspeist. Gonjasufi macht den Schamanen mit Hiphop-Beats und psychedelischer Bongmystik. Eine Radioplärrstimme vermiest dir die Urlaubsstimmung im Trailerpark.
Er bietet einen Soundtrack an, der David Lynch gefallen könnte oder dem Asi, der auf großspurige Las Vegas-Action steht. Alles ist schön kurzweilig und bekifft. Gonjasufi doppelt seine Stimme, schickt sie durch alle Kanäle dieser Welt und badet im Blubberwasser. Die Dreadlocks hängen im Bart. Unheil bahnt sich ständig an, denn gute Gefühle sind schlechte Gefühle.
Gonjasufi bietet ein Homerecording-Album an, dass alles versucht, um am Rande des Hügels Lichter in den Himmel zu werfen. Kleine Tischfeuerwerke verwandeln sich zu Buschbränden. Manches klingt nach Polizeifunk. Ich bin begeistert. Diese wilde Schlagzeug in “Timeout” ist der Knaller. Der Guru wippt im Schneidersitz und frotzelt irgendwelche Sätze raus. Ich glaube, er will uns verarschen. Ich lasse es gerne mit mir machen. Boah, habe ich jetzt Bock zu saufen. Im Sample-Orient trinkt der Eunuch aus der Schnabeltasse. Tabledance -Musik ist das. Aber dieser Tabledance-Schuppen existiert nur in meiner Fantasie. Den Tänzerinnen fehlen Gliedmaßen. Ach, ich hör schon auf. Also ich verstehe die Aufregeung wirklich nicht. Gute Sache das.

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