Laura Gibson – La Grande

Hat es was mit Selbstbewusstsein oder Selbstvertrauen zu tun, wenn man aus der dunklen Ecke ins Licht steigt, um mit Rhythmik und Schlagzeug Songs laufen zu lassen? Hat man dann den Sprung aus der gekrümmten Haltung geschafft, die viele Folkmädchen inne haben, um noch zerbrechlicher zu wirken? Nein! Laura Gibson lässt sich treiben, sie lässt den Song laufen. Endlich!
Über Stock und Stein humpeln die Songs. Das macht sie interessant.

Lauras kehlige Stimme schwelgt in Erinnerungen an Liebe, Wohnwagen und Bossanova. So entsteht ein warmes Folk-Pop-Album, das mit illustren Gästen aufgewertet wird, das aber nicht so von Gewicht ist. Ob da nun Joey Burns (Calexico) oder Jenny Conlee (Decemberists) drauf steht oder nicht, bringt keine Extrapunkte. Eher ist es die Produktion mit all den flirrenden Instrumenten, die sich um Gibsons charmante Stimme scharen, die wirklich wunderschön ist. Der Raum wird genutzt mit all der Kaminromantik und den Wohnküchengrundrissen. Für Gibson-Alben ist das Schlagzeug die Zukunft. Das hat den großen Wurf unterstützt. Munter gibt es Spielfreude vor, die Gibson nutzt, um sich noch mehr in ihre Songs zu legen. Flötengesäusel und Pedal-Steel-Pferdeäpfel sind nur kurze Wegbegleiter, doch immer wenn sie auftauchen wird Gibsons Musik zeitlos.
Gibson vertraut ihren Songs, die wie hingetupft wirken und doch bei näherer Betrachtung Kleinarbeit aufweisen können. Wirklich traumhaft arrangiert. Jedes Picking sitzt. Gibson hat es geschafft, ihre Stärken zu bündeln, etwas Wärme und Farbe in ihr Spiel zu lassen und das macht La Grande bemerkenswert. Die Stile werden miteinander verwoben, so dass ein kleines Ungetüm heranwächst, dass dieses Jahr wirklich auf die Country- und Folkprobe stellt. Da müssen die anderen Folkbarden und SingersongwriterInnen schon ganz tief in ihre Seelen horchen. La Grande ist schon eine 2 mit Sternchen.
Gibson wirft Holz nach, um den weiblichen Hintergrundchor Feuer unterm Arsch zu machen. Und dann gibt es noch Hawaii. Geh auf Entdeckungsreise! Es lohnt sich.

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