Musik à la carte Vol.7: Kimya Dawson – The Beer

Was nicht alles passieren kann, wenn du mit einem Bierchen zum Frühstück beginnst. Aus Bierchen werden Gläser mit Jim Beam und daraus ganze Weinfässer. Dein Verhalten verändert sich, sogar dein Aussehen. Du mutierst zum Tier.
Kimya Dawson erklärt uns in einem Höllentempo den Weg in den Alkoholismus, in ihren persönlichen. Mit einem Bier fing alles an. Dann kamen noch andere Drogen hinzu. Gewalt ist auch ein Thema, dass unmittelbar mit dem Konsum von Alkohol zusammenhängt. Schließ die Schrotflinte gut weg, wenn du morgens schon süppelst!
Kimya ist nun trocken, genauso wie meine Kehle. Beim Hören dieses Songs, speziell des Textes, hat man nicht das Bedürfnis seine Zunge mit Stoff zu benetzen. “The Beer” hat natürlich das Getränk der ersten Wahl im Titel, doch mir ist nicht danach. Welches Bier könnte es sein, wenn man mich zwingen würde? Ein Dosenbier auf alle Fälle, welches nicht zu teuer ist. 0,5 l müssten es auch sein. Der Song klingt auch nach einem nicht gekühlten Bier. Er klingt nach einem Bier, das vor drei Minuten noch im Regal einer Supermarktkette stand und eine Minute nach Verlassen des Marktes aufgerissen wird. Der Geruch an der Dosenöffnung stimmt mit dem Aussehen des Kassierers überein. Aber desto länger ich an das vermeintliche Bier denke, desto schlechter wird mir.
“Then i peed my pants and you stole the groom’s cigar and some old man made me watch him masturbate locked in his car.”
Ich bekomme die Bilder nicht mehr aus meinem Kopf. “Evan Dando never planned on telling you the truth and your Leonardo i.d. card is your fountain of youth. You can be a teenager for your whole f**king life.”

Ich habe Evan Dando immer vertraut. Kimya zeigt mir die böse Welt des Slackertums. Beim dritten Hören des Songs gehe ich ins Bad und zapfe mir ein Glas Kranenberger. Vielleicht ist das die Lösung. Natürlich auch nicht gesund, aber ich fühle mich nach ein, zwei Schlücken besser. Nein, wenn ich zum Frühstück Bier trinken sollte, mit der Schrotflinte am Kopf, dann wäre es ein teures Rolling Rock aus den USA mit 4,60%vol. Alkoholgehalt. Es hat eine goldgelbe Farbe, wie dein Mittelstrahl am Morgen. Es schmeckt leicht süßlich und malzig. Es ist leicht wässrig und hat einen kurzen Abgang. Für “Nach dem Aufstehen” genau das Richtige.

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