Benjamin Biolay – Best Of

Benjamin Biolay stellt ein Best Of-Album zusammen, das seine Zeit bei Virgin und Naïve widerspiegelt, und als Kirsche auf der Schlagsahne gibt es noch einen ganz frischen, neuen Song, der im September dieses Jahres aufgenommen wurde.

Biolay mischt dabei zeitlose Balladen, die immer wieder unter Beweis stellen, dass er der einzige Gainsbourg-Nachfolger ist, mit kleinen Sinfonien für die Raclette-Runde und großen Poparrangements für Radiohörer, die man getrost auch als Klassiker bezeichnen kann. Das alles ist natürlich für den Weihnachtsmarkt gedacht, doch dieses Best Of unterscheidet sich von den alljährigen Giftspritzen anderer Künstler. Biolay schafft es mit seiner Musik, dem Chanson aus der Gosse zu helfen, der Liebe neues Material zu schenken, und frankophile Froschschenkel zum Beben zu bringen.
Melancholie ist das Wort, das einem einfällt, wenn Biolay anfängt zu sprechen. Der Storyteller verfällt eher selten ins Singen. Gehüllt in dramatische Popsongs, erzählt uns Benjamin aus den letzten zehn Jahren seine Schaffens. Benjamin nuschelt und croont wirklich wie kein zweiter französischer Songwriter. Flüssige Popsongs gesellen sich charmant zu nebulösen Kleinoden, die wirklich das Herz aufgehen lassen. Ich persönlich mag ja die Duette am liebsten. Schön, dass es auch “Brandt Rhapsodie” aufs Album geschafft hat. Jeanne Cherhal verzaubert. Aus allen Töpfen wird geschleckt. Immer wenn es zu süß wird, holt Biolay den traurigen Runterbringer aus dem Säckchen. Makellos. Weihnachtswunschzettelempfehlung!

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