Cass McCombs – Humor Risk

Cass McCombs bringt nun also in einem Jahr zwei Platten raus. Hut ab! Vielleicht hat ihm das betuliche Wit’s End nicht genügt. Das neue Album hat ein wenig mehr Drive in den Saiten. Natürlich bleibt auch hier die Stimmung im Kellerbereich, doch Cass zaubert immerhin noch Sonne in den Herbst.
Schön, wie sich seine Stimme gedoppelt in den Abendhimmel reckt. Mit dem Schädel in den Wolken. Cass’ Album ist wie ein Instagram-Foto. Leicht aufgehellt. Ein Ausschnitt, ein Schnappschuss.
Strophen werden zu Refrains, aber das wussten wir ja bereits. Cass nimmt sich wieder viel Zeit für die Stücke. Nichts wird mal eben so runtergespielt. Etwas Tempo wird hinzugegossen, das aber der dunklen Stimme Cass’, die ihm immer im Nacken sitzt, nur Futter schenkt. Ein Stehblues lässt dich die Thrombose-Strümpfe holen. Draußen bellt ein Hund.
Ich liebe diese Strophen, die niemals zu enden scheinen. Humor Risk erinnert mich an The Jesus and Mary Chain oder Velvet Underground. Nur das Cass den Strohhut auf hat und Petty und Dylan ins Bettchen bringt. Manchmal darf die Orgel sogar wie bei den Doors mitträllern. Cass liebt es wieder den Fuß vom Gas zu nehmen. Die Snare steht fast. Wahnsinn. Das könnte Jason Molina nicht besser. Ich bin erneut verliebt und schenke der neuen Scheibe einen Stern mehr. Ob für dieses Jahr nun Schluss ist?

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