Reinhold Friedl – Eight Equidistant Pure Wave Oscillators, While Slipping Very Slowly To A Unison, Textually Spatialised On Eight Speakers, Concret, 60 Minutes

Warum herrscht in zeitgenössischen Lehrplänen immer noch eine Trennung zwischen Musik- und Physikunterricht? Hinweg mit überkommener Didaktik! „Eight Equidistant Pure Wave Oscillators…“ ist ein feines Beispiel, wie man neue Wege gehen könnte. Neben der audiophilen Übertragung des 60-minütigen Dauertons in all seinen Schattierungen, böte sich die Echtzeitanalyse auf Oszilloskopen an. Das steigert den installativen Mehrwert und freut den Physiklehrer.
Dabei unterstützt der puristische Formalismus der Komposition das Erleben von psychoakustischen Grenzerfahrungen. Hier wird der Anspruch der Erneuerung von Musik noch auf ganz schnellen Gäulen geritten. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal die Restgeräusche der Außenwelt als so angenehm empfunden habe, wie nach Durchhören des kompletten Albums. Beeindruckend. Früher stand auf Platten dieses Wirkungsgrades noch der wohlmeinende Hinweis: „Für Schwangere und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ungeeignet.“ Heute darf man froh sein, dass es sie noch gibt. Denn wozu an den Zuhörer denken? Jegliche dahingehende Konzession verunreinigt nur das Werk. Es lebe der Konzeptionalismus!
“Eight Equidistant Pure Wave Oscillators, While Slipping Very Slowly To A Unison, Textually Spatialised On Eight Speakers, Concret, 60 Minutes” ist bei Room 40 erschienen.

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