Wilhelm Tell Me – Excuse My French

Sommer heißt nicht nur wie die Jahreszeit, er klingt auch so. Henning Sommer fährt mit seiner Band Wilhelm Tell Me im Cabrio durch die Dörfer und hat ne alte Phoenix-CD im Player, dazu näselt er ein bisschen. Die Tanzschuhe liegen auf der Rückbank. Die Mädchen finden das süß. Sie achten noch auf Schuhe.
Seine Begleiter schieben den Dance-Wave nach, der so wohl noch nicht aus Deutschland kam. Alles steht auf Anfang, alles steht auf Charts, auf Welteroberung, ja wenn es nicht doch ein wenig zu langweilig wär. Eine gute Produktion macht noch keinen Sommer. Entschuldigung! Aber hey, man muss Dinge mal beim Namen nennen. Potenzial sollte genutzt werden. Da reicht es nicht gut zu produzieren und die Marketing-Welle anzuwerfen. Nicht immer geht es nur um Coolness oder Tanzflächen. Die Musik sollte im Vordergrund stehen.
Wilhelm Tell Me sind die geborene Radioband. Klaubrüder! Beim Suchlauf bleibt man für Sekunden bei ihnen hängen, weil man die Klänge kennt und eigentlich was anderes erwartet. Schnell kurbelt man weiter, da das alles dann doch nicht catchy genug ist. Indieklischees werden hörbar. Oberlippenbärte, Nerdbrillen und Bionade. Hamburg wird zu Berlin und umgekehrt. Hit an Hit, Clap an Clap. Man wünscht sich, dass Wilhelm Tell Me die Kurve kriegen, ihr eigenes Gesicht bekommen, mehr in sich gehen, um nach Tiefe zu suchen, denn in ihnen schlummert was, das nur rausgelassen werden will. Für Popper das Album des Jahres. Aber vielleicht sollten die lieber die Wild Beasts hören, ist einfach besser. Wilhelm Tell Me sind die Fohlen der Foals!

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