Musik à la carte Vol.2: Patsy Cline vs. Julio Iglesias – Crazy

Welches Getränk trinkst du beim Musikhören? Gibt es vielleicht sogar Songs oder gar ganze Alben, die ohne feuchtes Beiwerk auskommen können? Mag sein, doch mich interessiert eher die Musik, die noch schöner wird, wenn du ein volles Glas in der Hand hälst. Die neue Reihe “Musik à la carte” wird sich mit Klassikern der Musikgeschichte beschäftigen, aber auch mit skurrillen, sowie obskuren Musikstücken, die eine längere Testphase durchlaufen mussten, um das passende Getränk zu finden.
Es sind doch meistens die gefühvollen Schmalzteile, die einen immer wieder zur Flasche greifen lassen. Bei Metal zum Beispiel hast du schon was drin, bevor du die Nadel überhaupt aufsetzt. Patsy Cline hört man dagegen eher nüchtern und bekommt auf einmal glasige Augen und rennt zum Kühlschrank. Glück taucht auf. Manchmal aber auch ein Hauch von Depression. Das eigene Leben zieht fluchtartig an einem vorüber. Du siehst dich mit deiner Mutter, dich mit den Jungs bolzen, dich mit den Mädchen und dann dich alleine. Danach kommt lange nichts. Dann siehst du dich wieder mit deiner Mutter. Oh mein Gott!
Um nicht sofort blau zu werden, mischst du den Rotwein mit Cola. Calimocho nennen das die Spanier. Wird natürlich eiskalt getrunken. Kalter Rotwein! Ja, so sind sie die Spanier. Eine Scheibe Orange darf auch nicht fehlen. Eiswürfel wären perfekt. Müssen aber nicht sein. Natürlich wird nicht gerade der teuerste Tropfen verwendet, das versteht sich aber von selbst. Für den Kellergang ist es zu spät. Für eine große Portion, denn nach einem Becher brauchst du mehr, nimmst du einen Liter Wein und einen Liter Cola. Ein Hauch Wasser könnte auch nicht schaden, du willst ja noch fahren.
Die edlen Spanier spritzen noch einen Schuss Brombeer-/Kiwilikör, etwas Zitronensaft, Wodka oder Rum hinzu. Muss aber auch nicht sein. Es geht ums Schnelle. Nicht um die Eleganz einer Flamenco-Veranstaltung. Nach dem dritten Becher suchst du weitere Versionen von Patsy Clines Knaller im Internet. Passend zum Getränk wählst du den Spanier Julio Iglesias. Sein Sohn ist ne Pfeife, aber er? Ein Meister! Das Gesicht des nassen Zungenkusses!
Seine Version ist fies und schleimig, aber zu ertragen. Gänsehaut war gestern. Der Eimer ist fast leer und du hörst merklich nur noch die Iglesias-Version. So ist das manchmal. Gerade das Video haut einen um. Julio auf der Bühne. Verrückt nach Liebe. Wahnsinn. Und was er mit seinen Händen macht…


1961 Patsy Cline – Crazy von Harrowgatekensington

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