Musik à la carte Vol.1: Lula Côrtes – Nas Paredes da Pedra Encantada

Welches Getränk trinkst du beim Musikhören? Gibt es vielleicht sogar Songs oder gar ganze Alben, die ohne feuchtes Beiwerk auskommen können? Mag sein, doch mich interessiert eher die Musik, die noch schöner wird, wenn du ein volles Glas in der Hand hälst. Die neue Reihe “Musik à la carte” wird sich mit Klassikern der Musikgeschichte beschäftigen, aber auch mit skurrillen, sowie obskuren Musikstücken, die eine längere Testphase durchlaufen mussten, um das passende Getränk zu finden.
Bei welchem Song/Album gießt man sich zwar ein, doch trinkt gar nicht? Es wird ja auch so sein, dass es Lieder gibt, die ausschließlich für Getränke geschrieben wurden oder die nur funktionieren, wenn ein bestimmtes Gesöff eingeflößt wurde. Nicht immer wird nur Alkohol die Lösung sein, das ist wohl klar. Da der Song oder das Album auch immer zu hören/sehen sein wird, gibt es natürlich das Rezept oder die Trinkanleitung gratis dazu. Prost!
Den Anfang macht, der dieses Jahr verstorbene hierzulande eher unbekannte brasilianische Musiker Lula Côrtes. Côrtes trieb die Psychedelic-Szene in Brasilien an. Dissonante Wechsel schieben sich über treibenden Beat. Als man schon keine Stimme mehr erwartet, tritt sie aus dem Orgelschatten ins grelle Sonnenlicht. Bläser plärren über Liveatmosphäre. Junge Mädchen tanzen sich in Trance, die Jungs schütteln ihre Haare. Schwankungen nutzen die James Brown-Bäuerchen, um sich ganz kurz an die Spitze zu setzen. Welcher Film, welcher Strand und in welcher Währung wird hier bezahlt? Dein weißer Leinenanzug ist schmutzig am Hintern.


Dazu passt ein verlängerter Martini. Sprich Martini Fizz. Natürlich habe ich erst die Cachaça-Varianten ausprobiert, um Brasilien im Glas zu haben, aber Limette und Rohrzucker sind nicht der passende Unterbau für Psychedelic. Auch die Kurzfassung Caipi kommt blöde daher und bringt die Ernsthaftigkeit Cortes Musik nicht auf den Punkt. Für den Martini Fizz benötigst du als Zutaten:

2 cl Vermouth (dry)
4 cl Gin
1 Barlöffel Pastis
1 Spritzer Angostura
Sodawasser
1 grüne Olive mit Stein
Eiswürfel
Der Profi hat natürlich:
1 Rührglas
1 Stirrer
1 Longdrinkglas
Nicht-Profis dürfen natürlich auch mixen. Aber ein längliches Glas sollte es schon sein. Kein konisches Glas.
Jetzt den Vermouth mit dem Gin, Pastis und Angostura in ein Rührglas geben. Mit einem Stirrer verrühren. Die Eiswürfel in ein Longdrinkglas geben. Den Cocktail dazugeben. Mit Sodawasser auffüllen und mit einer grünen Olive dekorieren.
Doch Vorsicht! Wie sagte Dorothy Parker so schön:„I like to have a martini, two at the very most. After three I’m under the table, after four I’m under my host!“
Lula Côrtes hat sich dieses Jahr auf seine letzte Reise begeben und doch wirkt es so, wenn man seine Stücke hört, als wäre alles erst auf Anfang gestellt. Beim Martini Fizz ist dies ähnlich. Er kann den Abend einleiten, er dient als Übergang und ist in der verlängerten Variante auch was mit Gehalt. Auf Lula!

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