Noel Gallagher's High Flying Birds – Noel Gallagher's High Flying Birds

Was hast du denn erwartet? Einen Bruderkuss? Nein, Noel zieht einfach nach und überfährt Liam ohne noch einmal in den Rückspiegel zu schauen, um zu überprüfen, ob er wieder aufsteht. Einen kurzen Moment scheint es sogar so, als würde er nochmal zurücksetzen. Auf einer Wand steht Wonderwall.

Noel Gallagher macht auf Oasis, so viel sei gesagt. Was hast du denn erwartet? Mit großen Tam Tam geht es los. Streicher fliegen an Noels Gitarre vorbei und bleiben himmlisch. Sie wissen wohl, was gleich passieren wird. Wo Liam den dreckigen Lennon macht, bleibt Noel ruhiger in seiner Stimme, die sich nicht den Song packt, sondern der Song sie.
Beady Eye hatten sich an der Fortführung der Oasis-Epoche versucht. Das hat Spaß gemacht, war aber natürlich auch ein wenig beliebig. Noel hat die besseren Songs im Gepäck. Immer wenn man glaubt, dass sich die Songs ähneln oder wiederholen, gibt er uns den Zucker-Refrain. Bei ihm wirkt der Versuch weiter zu machen nicht so verkrampft wie bei seinem Bruder. So macht das Album Spaß. Gerade die NaNaNas kommen toll in weiche Parkas gepackt.
Die High Flying Bilds spielen sich rockig in dein Modherz. Gefühlig wird es auch ab und an, aber das waren die Songs von Noel eh schon immer. Die Produktion ist amtlich. Wer eine Schlagzeugvariation hört bekommt Sticks zu Weihnachten geschenkt. Noel versteht es sein Proletenimage abzulegen und als versierter Songwriter in Erscheinung zu treten. Die Kinks halten auf ein Pint, alte Britpop-Poster werden leicht bekleckert mit einer The Verve-Opulenz, die den Songs sichtlich gut tut. Einige Singles machen das Album komplett. Daumen hoch!
Beady Eye werden wohl in Vergessenheit geraten. Die neuen Spielereien mit jazzigen Bläsern sind erfrischend und Noel ist ein wirklich guter Sänger. “Mehr Trompeten, Noel!” möchte man ihm zurufen. Er lächelt.

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