Laura Marling – A Creature I Don't Know

Laura Marling ist gewachsen. Ihre wahnsinnige Stimme, die natürlich an Joni Mitchell erinnert, hat eine Kraft, die sich im Folk der Jetztzeit von vielen absetzt. Ihr neues Album trägt eindeutig amerikanische Sterne. Die Britin hat ihre Songs noch komplexer arrangiert, was aber nicht heißt, dass sie überproduziert sind. Nie mehr als drei Aufnahmen wurden gemacht. Kleine Fehler bleiben einfach drin. So ist ihr neues Werk ein hoch musikalisches Erlebnis.
Hier kann man mal von ausgeprägter Schönheit sprechen. Die Songs sind voller Melodien und Ideen. Laut und Leise. Marcus Mumford ist Geschichte. Sie hat eine Liebe gegen Songs und Geschichten eingetauscht. Mund abwischen und weitermachen. In allen Songs schwimmt der Schwermut an ihrer Seite, doch sie versucht zu lächeln. Immer dann schiebt sich die Sonne zurück in Marlings Herz, das uns wohl noch tolle Jahre schenken wird.

Laura ist gewachsen. Nicht nur, dass ihre Musik nun versucht sich anderen Traditionen anzuschließen, nein, sie versucht ihnen ihren Stempel aufzudrücken. Man nimmt teil an Umbrüchen, an Stürmen und an musikalischen Gleichnissen. Über allem schwingt eine große Portion Liebeswahn, der nicht immer einfach zu bewältigen ist. Man steht immer kurz vor dem Fall. Das weiß Laura und blickt in sich hinein. Ein Bett aus Knochen.
Ihre Begleitmusiker tun ihren Job und legen Laura in Watte. Irgendwer muss sie ja beschützen. Einige dunkle Tupfer sind nur schwer wegzukriegen. Ein Chor hilft, die Stimme dicker zu machen. Oder wirkt dann alles noch trauriger? Und dann gibt es ein Finale, dass dir den Wein aus der Flasche holt. Ist nun alles wieder gut? Laura Marling und Bill Callahan hängen die Latte dieses Jahr unglaublich hoch in den Himmel. Da hilft den Mitstreitern wohl auch kein Fosbury-Flop mehr.

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