John Tejada – Parabolas

Nichts ist neu, kaum etwas erscheint in gewechseltem Gewande. Nichts ist auf links gedreht. Alles ist bereits gesagt, getanzt und verdichtet worden. Das überraschende jedoch: Das leidenschaftliche Ausleben von Konventionen kann manchmal ebenso betörend sein, wie der Jungbrunnen des Paradigmenwechsels.
Man könnte jetzt bei „Parabolas“ die Reinheit des Stils rühmen, mit dem Attribut Deepness jonglieren, oder sich einfach darüber wundern, dass Techno hier wieder ungestraft ohne Subgenre-Zusatz genannt werden darf. Ohne umzufallen. Und es funktioniert. Der Dancefloor tritt in den Hintergrund, ohne Nebelmaschine, ohne dass man ihn vermisst. Klarheit durchzieht das Album auf ganzer Linie, ebenso wie die Perfektion des Klangs, der einzig einem sehr entspannten, sehr präzisen Groove dient. Schönheit kann manchmal so einfach klingen, ohne einfach zu sein. Wenn ich kürzlich bei Plaid deren Zeitlosigkeit rühmte, muss ich mich nun der Gefahr aussetzen, diese Eigenschaft inflationär zu verwenden. Man muss auf der Hut sein…
„Parabolas“ ist im Juni 2011 bei Kompakt erschienen.

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