Mark McGuire – Get Lost

Tief im Keller hallt Gitarrengegurgel. Hoch oben auf dem Dachboden sind die Eierkartons an die Wand genagelt. Teppiche knüpfen sich von selbst. Deine meditative Phase hat sich zu einem Komplex hochgeschaukelt. Du liebst akustische Gitarren, die nicht nur das Lagerfeuer beschallen können, sondern ganze Häuserwände abreißen können. Die elektrischen sind nur zum Füllen gedacht, nicht zum Angeben.

Mark McGuire gibt sich seinen Drones hin, reichert sie mit flockigen Gitarren-Synths an, die sich plockernd in die Mitte schieben, um der Kraft der Gitarre mit all ihren Pedalen zu strotzen. Ein Wind zieht auf. Eine Brise nur, doch die hat es in sich. McGuire ist ruhiger geworden. Sogar seine Stimme darf mal sanft mitträllern. Ein Picking wird zur Fingerübung. Ein dunkler Ton holt den Winter in den Poncho. Wie viele Gitarren muss man für den Scheiterhaufen schichten?
McGuire versucht es mit Transzendenz. Mit verhuschter, doch kraftvoller Esoterik. In “Alma” wiederholt er “It must resolve, we try and evolve.” Doch eigentlich braucht er keine Worte. McGuire verliert sich nicht. Er rutscht nicht ab. Er bleibt auf der Welle der Arpeggios. Bei ihm kann man nicht von einem Gitarrensolo sprechen. Auch wenn sich mal eine Idee in den Vordergrund drängt, verlieren die restlichen nicht an Gewicht. Harmonien zerfallen in Wohlgefallen.
Am Ende gibt es einen Zwanzigminüter, der wie ein Vögelchen fiept und in einem Fluss versickert. Also doch irgendwie Lost. Doch der Wasserfall hört einfach nicht auf. Von oben kommt immer irgendetwas nach. McGuire hat einen neuen Zimmerbrunnen veröffentlicht. Solide!
Mark McGuire – Get Lost – Get Lost (editions mego) by pdis_inpartmaint

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