Plaid – Scintilli

Andy Turner und Ed Handley ist es immer gelungen Melodien über große Bögen zu spannen. Und diese Spannung eindrucksvoll über ganze Alben zu halten. Vor allem diese großen harmonieunterfütterten Gesten waren es, die Plaid und vielleicht noch Orbital einen besonderen Rang im elektronischen Genre einnehmen ließen. Denn sie feierten mit ihrem Ansatz auch immer das Diktum des elektronischen Klangs überhaupt, ohne sich kleinmütig in Untergenres zu verfangen. Das mehrstimmig Ausgeführte in klanglich fast renaissancehafter Entrückung ist es, was uns an Plaid gern den Atem raubt.
Die Geschmacksknospen für das Schwelgende in der Elektronik werden nun also neu kalibriert, wieder mit polyphonen Führungen und ordentlich Sound-Brilliantine bis aufs Äußerste gereizt. Die Meister der aufwändig angelegten Erzähl-Skala sind schließlich nach 8jähriger Absenz zurück.
Da wundert es nicht, dass sich auch bei Plaid Entwicklungen des musikalischen Zeitgeschehens in die Liste der aktuellen Einflüsse eingeschlichen haben. Dubstep-Anmutungen und das Einstreuen dunkler Untiefen ergeben mit diesmal sehr sparsam eingestreuten vokalen Führungen ein überzeugendes Album, das weder an zu starker Rückbesinnung noch an irgendeiner Anbiederung leidet. Uneingeschränkt empfehlenswert.
„Scintilli“ ist am 23.09.2011 bei Warp erschienen.
Plaid

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