Stars For The Banned – Stars For The Banned

Ein Hauch von Wind, Trauer und Fußreflexzonenmassage umweht den Wiener Robert Guenther. Das Herz ist weniger eine miese Gegend, als das es einfach immer nur schlägt, egal ob draußen Winter oder Sommer herrscht. Zieh die Vorhänge zu und lass die Luftgitarre im Schrank. Heute wird mal ausgiebig geflennt.
Robert macht sich gefühlig an den Transport von organischem Liedgut. Oft huscht ein Gedanke in das Universum, wo schon Größen wie Thom Yorke ihre Stimmen hingehängt haben. Auch wartet hoch oben ein Hallraum auf Entlüftung. Wehmut und klanglicher Ungehorsam wagen ein Zusammenspiel. Viele Instrumente spiegeln sich im Schatten. Klassische Instrumentierung wird da auf ein Notenblatt gekritzelt. Kopfstimme inklusive. Robert versucht sich selbst, so gut es geht zu unterstützen, manchmal rückt ihm dabei ein waviger Geselle an die Seite, der sich mit Cure-Wurzeln auskennt. MIt alten Pinseln wird ein dunkles Bild gemalt. Überschrift: Klanggebilde.
Tee wird aufgebrüht. Robert knabbert an sich und an seinem Anspruch. Er versucht sich Licht zu schenken, doch die Songs schimmern nur verhalten in extremster Dunkelheit. Das Debüt ist mutig, denn es zwingt sich quasi ein Lächeln zuzulassen. Und der Zwang verliert. Auch das Glockenspiel hat nichts von der Süße anderer Produktionen, die zur Zeit das Licht der Welt erblicken. Überall wird es als das fröhliche Kinderzimmer eingesetzt. Hier wird damit die Kerze ausgepustet. Das manchmal treibende Schlagzeug gibt dem ganzen nur Futter und Kraft. Tanzen sollen die Dummen und Ahnungslosen.
Robert verhärtet seine Gefühle. Er versucht nicht den Lagerfeuer-Musiker abzugeben, eher ergibt er sich seiner Trauer und seiner Therapie. Ein Hölzchen klingt in der Nasennebenhöhle wie ein verträumter Brocken, der einfach nicht raus will. Stars For The Banned liefert ein schwieriges Album ab, das sich sehr bemüht und dadurch manchmal ein wenig vom Weg abkommt, sich im eigenen Saft suhlt und so an Tiefe und Strahlkraft verliert. Trotz allem gibt Guenther ein Markenzeichen ab. Wenn das Klavier gedankenverloren gegen wuchtige Beats anträllert, ist auf einmal ein Regenbogen in Sicht. Immer wenn das Tempo anzieht und man den Ausbruch aus Vagem erspürt, wird es interessant. Der Rest bleibt zu oft in Selbstmitleid hängen. Krude Akkorde suchen nach Erlösung. Für die erste Therapie-Sitzung kann man zufrieden sein. Beim nächsten Mal muss aber an der Variation gearbeitet werden. Und jetzt lach doch mal!

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