The Drums – Portamento

Die Drums lassen ihre Refrains weg! Oder hatten sie nie welche? Bridge an Bridge. Immer noch geht es zackig zu, die Songs schlängeln sich um die Hüfte und geben ein warmes Gefühl ab. Das eiskalte Händchen streichelt dir den Rücken. Das Tanzbein ist ständig in Bewegung. Die Melodien kommen unbekümmert um die Ecke, zeigen kurze Liebesschwüre und versenden sich im All.

Arschcool sind die Drums, das muss man ihnen lassen. Mit wenigen Mitteln fließen die Stücke durch die New Wave-Spiegelbox. Stimmige Reflexionen zuckeln wie eine alte Tram durch Großstädte, die mehr London als New York sein wollen. Manchmal brechen die Instrumente weg, nur ein Beat untermalt den glasigen Gesang. Zickige Gitarrenmelodien werden gegniedelt, die meist nur ein Motiv benutzen, welches sich an der Stimme festhält, die aber dagegen arbeitet. Die Drums sind windig geworden. Das hat wohl was mit Segelschuhen oder mit Ringelhemden zu tun. Ein Stimmenloop untermalt eine angedeutete Idee, die aber nicht mehr wird und so nur als Untermalung genutzt wird, um den Handclaps den benötigten Platz zu lassen.
So fließt das zweite Drums-Album ein wenig lustlos runter. Nicht immer kann man aufmerksam bleiben, denn wie schon gesagt, die Refrains haben sich in einer Attitüde versteckt, die mehr Fashion als Musik sein will. Obwohl alles ständig groovt oder wackelt, bleiben die Songs ein wenig harmlos. Es wirkt alles sehr hektisch, kalt und vernebelt. So waren die Drums schon immer, doch sie perfektionieren ihre Skizzen nun hingebungsvoll. Am Ende bleiben einem nur die Gitarrensounds und das zuckende Bein. Welcher Song war der Beste? Bei welchem hast du geweint oder dich hinter der Kegelbahn befummeln lassen? Vielleicht ist der zweite Wurf nur ein Schnellschuss. Alles klingt nach Trockenübung und Versuchslabor. Zwei Singles mit B-Seiten angereichert. Wie kann ich Dreiminüter ausklingen lassen, ohne das die Sonne ausgeht? Das Discolicht scheint dir ins Gesicht. Die Drums sind noch am Anfang. Da wird noch mehr kommen. Pick dir vier Songs raus, bann sie auf Mixtapes und die Mädchen wollen wieder mit dir reden, obwohl du gestern noch den Rüpel hast raushängen lassen. Romantische Narren.

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