Anti-G – Presents Kentje’sz Beatsz

Die Synthies ticken aus. Raue Sounds zwischen Alarmknopfästhetik und Computerspiel reichen sich die Hand. Gemeinsam hüpfen sie in bester Mario-Manier über allerlei exotische Riddim-Inselchen. Die Beatbox schafft die karge Topografie, auf der sich synthetische Fanfaren in hemmungsloser Einsamkeit austoben. Niemand in Reichweite, der ihre Bahnen stört oder ihre Ruhmestaten beklatscht. Keine Stimme, keine Gegenrede. Einzig der rhythmische Versatz ist die würzende Struktur einer juvenilen Aufgeregtheit, die ihresgleichen sucht.
Hinter Anti-G a.k.a. Kentje’sz Beatsz verbirgt sich ein 18 Jahre junger Elektro-Produzent namens Kenrick Connor aus Delft. Aus der Bubbling House Generation kommend, baut er in seine meist recht kurzen Tracks mit Geschick Einflüsse von Reggaeton und HipHop ein. Daraus entsteht eine sehr reduzierte Kombination von party-compatibler Coolness und rebellischer Aggressivität. Anti-G dominiert mit einer stylischen Tanzwut, die sich ganz unverblümt auf den energetischen House der späten 1980er bezieht, und es gleichzeitig schafft mit der Reduktion auf klare Latin-beeinflusste Beats und einige wenige synthetische Leitstimmen, sehr modern zu klingen. Erstaunlich, „Presents Kentje’sz Beatsz“ gefällt mir sehr, obwohl ich es zunächst kaum zu Ende hören konnte.
„Presents Kentje’sz Beatsz“ ist im Juni 2011 bei Planet Mu Records erschienen.

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