Woher kennst du eigentlich die Beatles? Ada Blitzkrieg gibt Antwort.

Jahrgangsgeräusche hat sich zur Beantwortung dieser Frage GastautorInnen eingeladen, die ohne Reglementierungen ihre Beiträge einreichen konnten und auch weiterhin noch können. Schön zu sehen, wie unterschiedlich sie das bewerkstelligen.
Ada Blitzkrieg heißt auch bangpowwww und gibt Twitter einen grellen Anstrich. Zu Hause ist sie bei Textkrieg und in Berlin.

Zugegeben, mein Vater ist ein ziemliches Arschloch. So ein Künstlertyp, um den einen alle Mitschüler beneiden, dessen lange Haare aber nur den Abfluss verstopfen und dessen Worte immer verurteilend und entwertend daherkommen. Vater hasste die Beatles.
Wenn man Vater fragt, worum es in den späten 60ern ging, dann antwortet er „Beatles oder Rolling Stones. Da musste man sich entscheiden.“ Und das verlange er auch von mir. Voller Bewunderung für meinen Vater, der tolle Dinge mit dem Pinsel schuf und die besten Geburtstagshüte baute, reihte ich mich bedingungslos in dessen Verehrung der Rolling Stones ein und tanzte schon als Kind mit einer Armee völlig zugedröhnter Kommunenfreunden meines Vaters zu „Star Star“ von den Rolling Stones, während mein schrilles Kinderorgan „Baby, you´re a star fucker!“ mitkreischte.
Ich musste erst 14 werden, viele Packungen blaue Gauloises rauchen und mir eine Unmenge Billig-Sangria einfahren, um zu begreifen, dass eigentlich eher die Kinks mein Ding sind. Für mich sind die Beatles die Feinbiberbettwäsche mit Katzenmotiv unter den Bettbezügen. Die Rolling Stones hingegen sind der Matratzenschoner für Bettnässer. Brauche ich beides nicht.
Das schöne ist, ich muss mir inzwischen keine Mühe mehr geben, die Beatles nicht zu mögen, um dem Familiendiktator zu gefallen. Das kommt von ganz alleine. Vielleicht habe ich in meinem Leben auch einfach schon zu viele fettleibige Betrunkene auf Junggesellenabschieden „Let It Be“-Karaoke singen hören, um dieser Musik noch annährend auf Augenhöhe begegnen zu können. Nach dem alten Muster: The touch of many people will destroy what you love.
Am Ende bleibt die Frage, woher die Beatles eigentlich mich kennen?
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