Woher kennst du eigentlich die Beatles? Rita Rommerskirchen gibt Antwort.

Jahrgangsgeräusche hat sich zur Beantwortung dieser Frage GastautorInnen eingeladen, die ohne Reglementierungen ihre Beiträge einreichen konnten und auch weiterhin noch können. Schön zu sehen, wie unterschiedlich sie das bewerkstelligen.
Den heutigen Beitrag hat Rita Rommerskirchen beigesteuert. Rita lebt und studiert in Köln und schreibt zusammen mit Christian bei Die Abenteuer der Tante Pop. Bei Facebook gibt es Tante Pop natürlich auch.

Es ist schon ein wenig faszinierend, dass mir diese Erinnerung immer noch so präsent ist. Mit fünf Jahren besuchte ich eines Nachmittags meine Tante, weil meine Eltern schließlich arbeiten mussten und der Kindergarten ja auch irgendwann schließt. Also saß ich vor ihrem kleinen Fernseher und versuchte, die Zeit herumzukriegen, bis ich endlich nach Hause konnte. Und da lachten mich plötzlich vier Männer mit unglaublich witzigen Frisuren an und ich wusste: das musste ich sehen, egal was es war.
Für eine Fünfjährige, finde ich, war es eine ziemlich kluge Entscheidung. Ich entschied mich also, Super RTL meine volle Aufmerksamkeit zu schenken und diesen lustigen Männern bei ihren lustigen Reisen zuzuschauen. Denn aus irgendeinem Grund schienen sie auf der Flucht zu sein, waren sie doch immer woanders oder versuchten sich gar zu verstecken. So wirklich verstanden habe ich das nicht – und warum sie zwischendurch immer so schöne Lieder singen mussten, das war mir auch recht schleierhaft. Jedoch beschloss ich, dass diese vier Typen ziemlich cool sein mussten, schließlich zog der eine (er hieß John) immer so seltsame Grimassen, der andere (Ringo) hatte so eine unglaublich lange Nase und der wiederum andere (George) war ziemlich witzig, wenn er etwas sagte. Nun ja und der ganz andere (Paul), der schien mir irgendwie doof. Aber er gehörte nun einmal dazu.
Als der Film schließlich zu Ende war und nicht nur die Beatles (anscheinend gehörten die vier Männer zu einer Musikgruppe, die sich so nannte – daher auch das ganze Gesinge) gerettet waren, sondern auch ziemlich rot beschmiert über einen Strand liefen, da war ich schon ein wenig traurig, dass der Film schon vorbei war. Etwas seltsam mag es sein, aber manchmal kann ich mich auf dem Sessel meiner Tante hin und her hüpfen sehen, weiß noch genau wie fasziniert ich war, obwohl ich ja nun weder Englisch verstand, noch große Ahnung von der Musik hatte. Aber das war nun mal so toll!
Als meine Eltern mich dann abholten und ich sie fragte, ob sie die Beatles kennen würden, da waren sie schon ein wenig überrascht. Vor allem waren sie aber überrascht, warum ich den Film denn so toll fand. „Help!“ sei ja jetzt schließlich nicht gerade der Kinderfilm schlechthin. Nichtsdestotrotz konnte ich sie dazu überreden, mir eine CD von diesen lustigen Männern zu schenken. Da konnte man so gut zu hüpfen und außerdem waren die ja toll. Also bekam ich mit fünf Jahren mein erstes Album der Beatles. Das rote Album. Wie begeistert ich war! Mein Vater zeigte mir, wie man Musik von einer CD oder dem Radio auf eine Kassette überspielt und fortan stellte ich das rote Album in immer neuen Variationen zusammen, nahm jeden Schnipsel auf, der irgendwo im Radio von ihnen lief (die Kassette war immer aufnahmebereit!) und war begeistert.
Das mein Lieblings-Beatle (John) da aber schon mehr als zehn Jahre tot war, erschütterte mich zunächst. Hielt mich aber nicht davon ab, die Beatles ziemlich toll zu finden.

Rita Rommerskirchen
Kurz bevor Rita die Beatles entdeckte

Nachdem ich die Beatles nun also in mein (Kinder-)Herz geschlossen hatte und ihre Musik zwar toll fand, mich aber nicht allzu intensiv mit ihr beschäftigte, bekam ich als Elfjährige von meiner Oma (!) das Sgt. Pepper – Album geschenkt. Da freute ich mich sehr! Doch als ich die CD abspielte, war da nur Krach zu hören. Wo waren denn die Lalala-Melodien, die ich so mochte? Das verwirrte mich ziemlich. Zwei ganze Jahre lang wollte ich nichts, aber auch gar nichts mehr von den Beatles wissen (die beiden Filme „Help!“ und „A Hard Day’s Night“ schaute ich immer noch gerne und so oft auf meiner VHS-Kassette, dass die irgendwann den Geist aufgab). Mit 13 Jahren allerdings schenkte man mir die Beatles-Anthology-Box. Von da an war alles vorbei. Ich war Fan. Fanatiker sozusagen. Paul, den finde ich hingegen immer noch doof.
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