Vinicius Cantuária & Bill Frisell – Lagrimas Mexicanas

Die Sonne geht unter. Zwei Ausnahmegitarristen treffen sich auf der Veranda. Beide spielen sanfte Bossa Novas, die natürlich immer eine Wendung in sich birgen, die nicht jeder Worldmusic-Fan nachvollziehen kann.
Klanggebilde werden erschaffen. Mal wird ein Effektgerät getreten, um etwas Unruhe ins Spiel zu bringen. Ein langer Part zerbricht in seine Einzelteile. Vinicius Cantuária singt dann mit ruhiger Stimme seine Texte runter. Ein Wah Wah-Pedal liegt unter Bills Füßen. Auf einmal bist du unendlich traurig. Du weißt nicht warum.
Die Percussions bleiben in Brasilien hängen. Schönheit spielt trotz aller Effekthascherei eine bestimmende Rolle. Beide Gitarren holen alle Möglichkeiten aus ihrem Holz. Niemals spielt einer der beiden den anderen an die Wand. Sie unterstützen sich und bleiben im Song. Vinicius ist der ruhende Pol, der Gefühle in schwierige Figuren haucht. Ein Chorus wird gemütlich umschifft. Ein Solo ist aussagekräftiger. Pickings werden gefeiert. Sie lieben sich auf offener Szene.
Ein Gläschen Portwein unterstützt das aufflammende Gefühl der Glückseligkeit. Wer noch mal in neuen Bossa Nova-Gewässern schippern will und den Starbucksmüll nicht mehr hören kann, braucht dringend dieses Meisterwerk. Bill Frisell und Vinicius Cantuária fallen aus der Zeit. Ihre Gitarren hängen müde herunter, doch ihre Finger sind so flink, dass jeder Ton die Sonne anlächelt.

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