Seapony – Go With Me

Und man denkt immer Drummer würde es wie Sand am Meer geben. Nein. Seapony ist ein Trio ohne Drummer. Und doch hätten sie sich nie so formiert, wenn nicht das Thema Drummer so wichtig gewesen wäre. Denn Danny Rowland meldete sich auf ein Drummer-Gesuch, ohne jedoch spielen zu können. So lernte er Jen Weidl und Ian Brewer kennen. Schnell war klar, wir wollen zusammen Musik machen. Wir brauchen keinen Drummer. So die Legende!
Doch wenn man tiefer in die Bandgeschichte eintaucht, erfährt man auf einmal, dass sich Ian und Danny schon vorher kannten. Naja auf jeden Fall sind Jen und Danny ein Paar und wen sollten sie ins Boot holen, um eine neue Band zu starten? Genau, den alten Jugendfreund Ian. In Seatlle ging es weiter. Seattle als Standort klingt auch schon mal nicht schlecht in der Vita und das Schwester-Label von Subpop Hardly Art kann auch nicht schaden. Die Musik von Seapony passt in den Sommer. Genauso wie das Debütalbum der Konkurrenz Cults. Die haben schon einige überzeugt, ohne den großen Wirbel zu veranstalten. Seapony sind auch eher Leisetreter. Die Songs sind griffig, die Gitarren spielen sonnenverliebt die Klaviatur des Shoegaze herunter und ein Beat aus der Konserve macht auf Understatement. Jen singt wie ein Häschen in der Grube, sie huscht über die Songs und gibt ihnen einen warmen Unterbau, damit nicht allzuviel Kalkül durchblitzt. Und hey? Es klappt. Das Debüt rutscht wunderbar lässig die Wasserrutsche hinab. Man schrammt sich nie die Schenkel auf, obwohl schon einige Verbindungsstücke der Röhre leicht rostig sind.

Best Coast haben es vorgemacht, wie man die Massen und Indie-Gören für sich gewinnt. Seapony legen nach. Sie sind etwas lieblicher als Best Coast und Cults, doch ihre Songs bleiben wie ein Bubblegum kleben. Cults suchen mehr den Catwalk, Seapony das Wasser mit Bierdusche und Blümchenkleid. Die Mädels werden darauf abfahren und Jen als neue Frontfrau akzeptieren. Das Drummerproblem ist zwar nicht gelöst, doch der Sommer gehört ihnen. Mal sehen, was im Winter ist? Kann so ein Album die Lust und die Kraft des sonnigen Jahresabschnitts mit hinüberretten? Sind die Songs so stark, dass sie mehr können, als das Grillfest des Jahres zu beschallen? Ich stehe auf Seapony und ich hoffe es für sie. Darauf ein Pils.
P.S. Angeblich sollen sie Ende Mai einen Drummer gefunden haben. Schadet nicht. Nur die Geschichten werden knapp.

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