Ty Segall – Goodbye Bread

Ty Segall ist ein angenehmer Zeitgenosse. Drag City sieht dies ähnlich und nimmt ihn unter Vertrag. Sein Ein-Mann Projekt hat sich ja nun schon einen Namen erspielt. Die Garagenrocker haben ihn in ihr Herz geschlossen und das vollkommen zu recht. Manchmal lassen sie ihn sogar verschwitzt in einer Ecke übernachten.
Live hat er immer tolle Mitmusiker an seiner Seite, die ihn brachial unterstützen. Nun ist er 23 Jahre alt. Und was macht er? Er wird ruhiger. Also ruhig für seine Verhältnisse. Ist er wohl doch an einem Sound interessiert und nicht mehr an schnellen Knallern? Nein, das wäre falsch. Eigentlich ist alles gleich geblieben. Die Songs ziehen sich dennoch mehr in sich zurück als noch auf “Melted”. Wunderbar wie sich die Snare zu den Gitarrenanschlägen verhält. So viel Snare habe ich schon seit Jahren nicht mehr auf einem Haufen gehört. Ein angerocktes Solo darf natürlich auch nicht fehlen. Und was ist mit dem Tempo? Ja, das schwankt. Psycho-Rock halt. Ty ist ein wenig gelassener geworden. Er vertraut seinen Songs. “You Make The Sun Fry” ist wirklich großes Tennis. Oasis brauchen gar nicht mehr nachdenken, nochmal zurückzukommen. Die Jugend ist schon da und überrollt die ollen Mods mit Leichtigkeit und Witz.

Ty Segall gibt mächtig Zunder, vergisst aber das saubere Wechseln nicht und das hebt ihn von vielen Garagenbands der Stunde oder des Sommers ab. Gniedelige Anfänge bekommen ihren Sticksanzähler. Ty ist wirklich clever. Seine Songs zeichnen die Beatles nach, wackeln an den richtigen Stellen, haben immer Luft nach oben und verschleppen sich schon mal. Wenn die ganze Mannschaft mitsingt wird ein Song schnell zur Hymne. Fast poppig kommen die neuen Sachen daher, wenn nicht an den Rändern immer der Proberaum durchscheinen würde. Immer sitzt ein Akkord dann doch neben der Spur und macht auf trotzig. Ich bin zufrieden, auch wenn mir ein wenig mehr Dreck gut getan hätte, doch die Platte muss ja auch den Sommer überstehen und so war es ratsam, nicht so auf die Tube zu drücken. Mehr Platz für Songs als für die Garagenparty mit Powerriffing. Wenn die Akustische raus kommt schwebt man wie auf Wolken. Gib mir die Bridge, das Break und den Verzerrer. Hut ab, Ty! Glanzleistung! Bei mir darfst du auf dem Boden pennen!

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