The Antlers – Burst Apart

The Antlers klingen so, als wäre der Wasserhahn noch auf. Sie patschen durch die Fluten, blasen Rettungsboote auf und geben Mund-zu-Mund-Beatmungen mit Falsett.
Einige Leichen schwimmen an ihnen vorbei, doch man wird das Gefühl nicht los, dass diese Einsamkeit und Trauer irgendwann verebben wird. The Antlers aus New York suchen die Nähe zum Postrock. Ähnlich wie bei den Wild Beasts, wird auf Atmo gemacht. Nebelige Bögen, an denen man sich den Kopf stösst, hängen auf einmal mitten in der Luft. Elektronische Sprengsel gesellen sich zu einer Gitarre, die auch schon mal böse werden kann. Ein Portishead-Gefühl lässt dich nicht los. The Antlers sind einsame Streiter, die am Horizont den tropischen Regen fallen sehen. Antworten schenken sie uns nicht. Nur Andeutungen und Vorankündigungen. Sie wollen uns keine Angst machen. Sie sind die Apokalyptischen Reiter, die aber zum letzten Mal eine Runde Speiseeis verteilen, bevor der große Knall kommt, der uns alle in den Schlaf befördert.

Das Schlagzeug marschiert stoisch durch die überfluteten Straßen. Eine Melodie bekommt genauso viel Platz, wie das Floß aus Synthesizern. The Antlers sind die besseren Coldplay, obwohl die ja gerne auf die Tube drücken. In der Tube der Antlers ist keine Farbe mehr. Das Deckweiß muss nun herhalten. Und sie kleistern alles voll. Wenn morgen wirklich endgültig Schluss wäre, ich würde nicht noch mal die Antlers hören. Ich dreh den Wasserhahn jetzt mal wieder zu.

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