Urge Overkill – Rock & Roll Submarine

16 Jahre sind vergangen. Urge Overkill waren mal die größte Indieband der Welt. Damals nahm man noch das Wort Indie in den Mund und war stolz, dass man sowas kannte und sich von den Anderen abhob. Dann kam Tarantino. Dann das Aus.
Jetzt gibt es wieder Männermusik auf die Ohren. Cheap Trick für Ex-Grunger, obwohl die damals schon nicht begriffen haben, was die Angeber von Urge Overkill mit Rock zu tun hatten. Was hat sich getan? Das neue Album klingt, als wäre es seit 16 Jahren eingefroren gewesen. Nash Kato und Eddie Roeser lieben immer noch die Arena, sie lieben ihre Sonnenbrillen und den Windkanal. Gibt es neuen Glanz? Nein, leider muss ich sagen, denn ich mochte das Großspurige von Urge Overkill immer gerne, doch hier covern sie sich durch ihr altes Liedgut. Vielleicht werden mal zwei Akkorde vertauscht, mal werden alte Kiss-Masken übergestriffen und sogar Frisuren-Affen, wie ein Rick Springfield springen durch die Musikvideo-Ästhetik. Der Rock vergangener Tage wird mit Füßen getreten. Nash und Eddie singen immer noch quirlig zweistimmig, doch das langweilt, wie eine AC/DC-Platte der letzten Zeit. Natürlich gibt es tolle Gitarrenlicks und coole Verschiebungen, die einem ein Gefühl von Wehmut ins Gehör zaubern, doch man darf sich nicht täuschen lassen.

Die Pizza ist kalt, obwohl, das muss man zugeben, auch üppig belegt. Also beiß mal rein und dann sag mir, wie der Teig ist!
Urge Overkill bieten alten Rock mit gewichsten Soli, sie bieten Tom Petty-Harmonien an, die sich Thin Lizzy-Figuren auf die Verstärker gestellt haben. Ach, ich weiß doch auch nicht. Irgendwie muss man lächeln. Ich lache Urge Overkill nicht aus, nein, nein. Ich denke nur an meine Haare zurück, die ich mal zu Sister Havana schüttelte. Das U-Boot säuft ab, es macht aber Laune dabei zuzusehen.

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