FM Belfast – Don’t Want To Sleep

Mal sind es die kleinen sentimentalen Verhängnisse, mal die großen feierlichen Erlösungen, die in die Waagschalen des Tanzdiskurses geworfen werden. Mal ist es das gemischte Doppel, dann wieder ein pompöser Mini-Chor, der das beschwingte Timbre bestimmt. Die Stimmungen flackern im Eiltempo, während das ganze Team auf dem durchgetretenen Gaspedal rumhopst. Variantenreich wird in allen Lagen und Temperamenten gesungen. In den Gesängen, die das Gefühl einer ewigen Party suggerieren, manifestiert sich der Charakter der isländischen Formation FM Belfast.
Auf ihrem zweiten Album zeigt sich der Elektropop, der um Weltgewandtheit bemühten Gruppe, nach wie vor in einem sehr plastilinen Sound. Die allesamt recht knapp gehaltenen Nummern klingen mehr nach Achtspurmaschine als nach Hochglanzpop. Doch kommt es FM Belfast wirklich auf solche geschmäcklerischen Feinheiten an? Hauptsache scheint zu sein, dass sich die gesamte Party-Community irgendwann im Verlauf des Abends auf dem Tanzboden wiederfindet und den gemeinsamen Moment mit der Band zelebriert. Da kommt man schon mal später ins Bett, bei den ungezählten Zugaben mit Handclaps, Bläsern und all dem Tamtam.
„Don’t Want To Sleep“ offenbart, dass bei FM Belfast der gekonnt vorgetragene Impetus einer mitreißenden Partyband, wie wir ihn auch von Who Made Who kennen, noch zu selten in ein adäquat überwältigendes Songwriting mündet. Hier wird auch nur mit der üblichen Kadenzharmonik herumgeholzt, in einem Niemandsland irgendwo zwischen Scissor Sisters und Ladytron. Immerhin. Die richtungsweisende Ausnahme findet sich in dem etwas unhektischeren „Mondays“.
„Don’t Want To Sleep“ erscheint am 03 06.2011 bei Morr Music

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