Ein Indieboy und der Eurovision Song Contest

In meiner Funktion als absoluter Camp-Fan musste ich mir den ESC am Samstag natürlich geben. Auffällig war, das wenig auf Ethno gesetzt wurde und auch die krassen Auftritte in der Minderheit waren. Okay, Irland und Moldawien haben natürlich ordentlich gebuttert. Und sonst?
Ich lag mit all meinen Einschätzungen daneben. Blue hätte ich aufgrund ihrer (längst vergangenen) Popularität einen weitaus höheren Platz eingeräumt. Auch Lena habe ich weiter oben angesiedelt. Ich mag “Taken by a Stranger”, auch wenn es wenig eingängig ist. Wahrscheinlich mag ich genau das. Stellt Euch den Song mal von Roisin Murphy gesungen vor. Top!
Meine schwule Seite hat auch “Rockefeller Street” aus Estland höhere Chancen eingeräumt. Knatschbunt, ein wenig Magic und unglaublich trashy. Ebenso war in der privaten Zuschauerrunde Moldawien weit vorne, was mir persönlich ein wenig zu sehr over the top war.
Und der Gewinnersong? Ja, was ist es denn nun, Paar oder kein Paar? Sie, zweifache Mutter, 31 und Hausfrau. Er, 22 und Musikstudent. Hat das den Reiz ausgemacht? Oder war es letztlich vielleicht, weil man den Song doch schon kannte? Schnell wurden auf Twitter Stimmen laut, die auf die Ähnlichkeit zum Atomic Kitten Song “Last Goodbye” verwiesen. Find ich persönlich jetzt nicht ganz so offensichtlich, aber man kann es durchaus erkennen.

Offensichtlicher war, dass der Anfang des Refrains des dänischen Beitrags ungemein an Blümchens “Herz an Herz” gemahnte.

Die Charts wird das mal wieder kaum beeinträchtigen. Der Song Contest hat seine eigenen Regeln. Es ist eine abgeschottete Welt, in der alles möglich ist und man nichts erwarten kann. Und ist Euch aufgefallen, dass ich mich als Indieboy bezeichne? Hölle, ich bin Ende 20. Ab nach Neverland!

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