KAAS – Liebe, Sex & Twilight Zone

KAAS war nach Prinz Pi, Maeckes und Plan B einer der Ersten, die mich wieder zum deutschsprachigen Hip Hop führten. Nun steht sein zweites Soloalbum in den Läden und die Leute sind gespalten. Von einem zweiten Eko Fresh ist die Rede und sein damaliges „L.O.V.E.“ wird als Referenz genannt. Wie falsch man nur liegen kann.

KAAS - Liebe, Sex & Twilight ZoneOkay, die Parallelen sind da. Wie Eko ist KAAS Ziehkind von Kool Savas, war sogar bei Optik unter Vertrag, nun aber bei Chimperator. Auch mutet „Liebe, Sex und Twilight Zone“ seltsam an. Was vor allem daran liegt, dass es sich hier um ein Doppelalbum handelt, von dem die eine Seite der von KAAS geführten Eurodance Band Twilight Zone bespielt wird. Wo bei Eko aber Selbstüberschätzung herrschte, regiert bei KAAS allerdings Irrsinn und Ironie. Und ich bin mir sicher, dass er beides abstreiten würde. Natürlich meint er das ernst. Ziel ist eine Semantikverschiebung bezüglich Eurodance auf der einen und eine gewisse Nostalgie auf der anderen Seite.
Und unter diesem Gesichtspunkt darf man auch Nana (ja, der von „Darkman“ ist hier) featuren. Überhaupt. Vor KAAS sind alle gleich. Casper, Kamp und Popstars Teilnehmerin und Sido Freundin Doreen. Das sorgt teilweise für unglaubliche Cheesyness, die aber so herzensgut und ehrlich rüberkommt, das man einfach Gute Laune bekommt. Egal, ob wie bei „Frau in Tansania“ auch mal ernste Töne angeschlagen werden.
Musikalisch glänzt vor allem 7inch, der bei „Liebe, Sex und Zärtlichkeit“ einen Kanye West Beat hinzaubert. Auch Whizz Vienna weiß ebenso wie Kamp und Casper, bei „Love vs. Hate“ zu überzeugen und schlägt in eine ähnliche Kerbe.
Und die andere Seite? Ich muss zugeben, dass ich mich scheute Twilight Zone einzulegen. Das Vorabvideo „Planet Of Love“ versprach Trash. „Sweet Mango Summer“ dagegen ist zwar eine direkte Anspielung auf „Coco Jambo“ kommt aber perfide mit seinem ernsten Text und gibt dir eine gehörige Schelle. Der missionarische Song „Jesus loves me“ schreckt mich dann doch arg zurück. So ist vieles auf der zweiten Seite mehr als grenzwertig, allerdings mit voller Überzeugung und Herzblut gemacht. Vor allem in den Texten muss sich Twilight Zone kaum vor der Hip Hop-Seite verstecken. Bleibt aber dennoch ein eher kurzweiliger Spaß, der nur selten wirklich weh tut.
So bleibt ein großartiges Hip Hop Album mit 11 trashigen Bonus-Tracks, die nie zu deinen Lieblingsliedern werden, aber dennoch Spaß machen. Alleine wegen „Liebe, Sex & …“ lohnt sich das Werk allemal. Denn KAAS ist Begründer des Hippie Hop, klingt zwar scheiße, liebt aber auch dich!

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