Elbow – Build A Rocket Boys!

Da schieben sich leider wieder Wolken vor die Sonne. Elbow verstecken sich in diesen Wolken, ob man sie mag oder nicht. Sie sind da einfach drin. Der Wind, ein Atemzug. Eine Band, die immer in der Nische wartet, um, wenn es dunkel wird, in die Nacht zu preschen.
Fröhlichkeit haben Elbow nicht gepachtet. Sie verfeinern ihren Großpop immer gerne mit viel Bum Bum. Wie eine Schlagertruppe gibt es große Gesten, Herzschmerz, Tränen und einen erlösenden Kuss. Das bringt zwar Leben in die Bude, doch das Leben spielt sich zunächst in der Einsamkeit, deinem bekloppten Kopf ab und nicht auf den Titelseiten oder der Sonnenseite der Straße. “I miss your stupid face. I miss your bad advice. I tried to clothe your bones with scratches Super 8s, exaggerated stories and old tunes. But never by the moon. But not the state I’m in the night will always win”

Elbow schmücken sich mit dem Titel unrockigste Rockband zu sein. Obwohl vieles für den Titel spricht, versuchen sie es immer wieder. Die Keule ist dann eine Keyboardmelodie, die über eine Stakkato-Tom fliegt, ein Messer abwirft, abstürzt und reglos liegen bleibt. Wer hebt sie jetzt auf? Wie einen Fehdehandschuh. Niemand. Es wird drauf getreten. Elbow arrangieren und arrangieren. Ihnen geht es um eine Grundstimmung, die dem Rock nahe ist, aber den kleinsten Nenner der Popmusik nutzt. Wohlklang.
Wie ein Orchester hantiert Elbow sich auch durch das neue Album. Jeder bekommt die Noten vorgelegt, ein Zampano schwingt die Finger oder legt Holz nach, denn Elbow sind schon Leisetreter. Fröstelmusik im Frühling. Sie suchen sich die Schmerztherapie aus, die noch nicht anerkannt ist. Wundersame Instrumente kommen da auf den Beipackzettel, die Nebenwirkungen sind Hochgefühl und unkontrollierbare Erektionen. Aber du bist doch traurig? Warum lächelst du? Du nimmst ein Wechselbad. Ohne Gefühle, bitte! Manchmal klingt Guy Garvey wie Sting.
Elbow sind die Indie-Popband, die sehr ernst, manchmal zu ernst ihren Stiefel in die Tür stellen, um wenigstens ein wenig zu Hause zu sein. Sie suchen noch. Die Nacht gewinnt meistens, doch irgendwann werden sie Herr über das Dunkel sein und vielleicht gibt es dann wieder Sonne. Amen!

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