The Pains Of Being Pure At Heart – Belong

Was ist nur passiert? Hat der Shoegaze schon wieder seine Schuhe in den Schrank geräumt oder einfach nur mal geputzt, so dass er nun unglaublich glänzt und man ihn nun nicht mehr erkennt? Die Naivität einer Gitarrenband, die ständig auf den Boden guckt, ist dem großen Lächeln des Pop gewichen. Oder geht es hier um Knatze?
Auch The Pains Of Being Pure At Heart haben etwas Schmieriges auf ihre Songs getan, dass natürlich immer noch scheppert, aber auch weiterhin kleine Mädchen zum Träumen bringt. Das haben auch schon andere vor ihnen gemacht, die noch mehr frische Luft schnuppern wollten. Und frische Luft kostet Geld und wer sie dann eingeatmet hat, verkauft die letzten Ausdünstungen schweißbietend.

Das Blinken hat was, man kann es nur noch nicht einordnen, denn frühe Ash und Teenage Fanclub gibt es ja schon. Hatten sich The Pains Of Being Pure At Heart nicht auf ihrem Debütalbum als Kleingeisthoffnung präsentiert? Als Herzerwärmer? Hier sind sie nun auf der Suche nach dem heiligen Gral, auf der Suche nach Glanz und Glamour. Ein Taschentuch für die dicken Tränen der verhuschten Indiewelt. Die Synthies, die auf dem Debüt noch locker und eher unwichtig in der Auslage schlummerten, sind nun auf die Bühne geklettert und perlen. Sie haben nun einen Auftrag. Gut, der heißt zwar Kitsch, doch hey, Kitsch darf schon mal sein. Wenn Lärm von einem Song Besitz zu ergreifen versucht, kommt im nächsten Moment der Refrain-Hammer, um eine kleine Krone auf die Häupter der New Yorker zu setzen. Auch Könige haben Gefühle mit kleinen Geschichten, die es zu erzählen gilt. Das kann langweilen oder Leben retten. Die Indie-Jugend wird das mit Bannern auf den nächsten Konzerten bestätigen. Kritiker werden müde lächeln. Ich zähle mich zu den Fans, denn The Pains Of Being Pure At Heart bleiben gute Songwriter, die bei Galaxie 500 gelernt haben, wie man Schmalz und Gefühl in drei Minuten packt und große Räume nutzt.
Belong wird nur ein weiterer Entwurf sein. Ich glaube, dass The Pains Of Being Pure At Heart irgendwann Richtung Stadion schielen. Die schwitzigen Clubs sind jetzt schon zu eng. Coldplay warten schon oder sogar so was wie Kings Of Leon. Da wären wir wieder bei den Königen. The Pains Of Being Pure At Heart legen schön nach, sind aber in ihrer spießigen 80er-Welt gefangen. Sie sollten mal das Radio ausmachen…

0 Gedanken zu „The Pains Of Being Pure At Heart – Belong“

  1. Die Erste hab ich sehr sehr gerne gehört. Die neue konnte ich noch nichtmal durchhören. Geht dieses Jahr vielen Lieblingen und Hoffnungsträgern so: Cold Cave, Cut Copy, TVOTR… ich hoffe der Effekt bleibt bei Metronomy aus…

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