The Crookes – Chasing After Ghosts

Der Frühling hatte sich angekündigt. Sonnenstunden wurden uns versprochen und was kam? Regentage. Graue Suppe. Horror! Der Grill wurde wieder in die Garage gepackt. Da spielen dann so Wichigtuer ihren blöden Spastirock, weil ihre Haare nicht nass werden dürfen. Kellerlochasseln mit reichen Eltern und einer Kate Moss als Ische. Die lieben Mädchen hatten sich schon auf die Kleiderqual gefreut. Nix, es bleibt bei der New York-Style-Leggings. Schlicht schwarz. Hauptsache warm. Nun müssen die Crookes aus Sheffield das ausbaden und die haben sogar Spaß daran. Ihre Tollen dürfen feucht im Gesicht hängen. Die Rockmädchen lachen über rosa Bäckchen.
The Crookes waren schon mit ihrer EP in aller Munde. Diese ansteckende Mischung aus Housemartins ohne Gott und Morrissey ohne Selbstmitleid für Weltheulsusen hatte etwas ganz Erfrischendes. Da war es fast egal, ob einige Songs doch das Tempo so drosselten, dass der Charme ein wenig verloren ging. Jetzt gibt es das Debüt und ich verneige mich. Ich preise nun hiermit die beste Gitarrenpopband des Jahres 2011 an. Obwohl, wann bringen die Heartbreaks ihr Album raus? Solange auf jeden Fall werden die Sheffielder Buben die Meister sein. Gänsehaut! Dass mir das noch passiert.

Die ersten fünf Songs gehen runter wie ein gutes, weil ohne Schaum gezapftes, Smithwick’s. Die Smiths sind vergessen. Johnny Marr gibt seine Gitarren im Pfandhaus ab. Seine Zukunft ist die des Besserwissers und nicht mehr die des Musikers. Auch die Wild Beasts müssen einpacken, obwohl sie gerade nachlegen wollten. Die Jungs aus Sheffield sind charmant, sie sehen gut aus, haben Manieren. Perfekt. Die Girls werden jetzt extra dafür in kleine Kleider hüpfen, egal, wie kalt es draußen noch ist. Natürlich stehen sie mehr auf Bengel. So werden die Crookes-Jungs immer allein nach Hause gehen, unter Laternen singen und weiterhin so tolle Musik zaubern. Bitte verliebt euch nicht. One-Night Stands für die Ewigkeit.
Die Gitarren machen alles richtig. Sie dengeln, köcheln auf halber Flamme und steigern sich in spitze Solountermalungen. Wunderbare Gesangslinien schieben sich in dein Herz. Chöre halten sich zurück, um nicht noch mehr Tränen auszulösen. Die Crookes sind die schickste Band der Stunde. So uncool, dass sie allen Hampelmännern, die sich Rock auf die Chucks schreiben so was von voraus sind. Einige Mädchen wollen mit ihnen über Bücher reden. Scheiß der Hund drauf. Irgendwann haben auch sie begriffen, dass so Zausel wie Doherty einfach nur stinken. Ich bin verliebt in die Crookes. Mehr Pop geht zur Zeit nicht.

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